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IoT-basiertes Leergutmanagement optimiert Materialfluss und Nachschub

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Lösungsbeispiel Leergutmanagement, ORGATEX
5 Minuten Lesezeit
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Viele Industrieunternehmen, darunter auch ein Maschinenbauunternehmen, sehen im Leergutmanagement noch Optimierungspotenzial. Begrenzte Transparenz kann zu Engpässen, Leerfahrten und vermeidbaren Kosten führen. Die IoT-Lösung von ORGATEX setzt hier an, stellt Echtzeitinformationen bereit, unterstützt die bedarfsgerechte Nachschubsteuerung und sorgt für eine zuverlässige Kommunikation zwischen Sensoren und Cloud. So entwickelt sich das Leergutmanagement zu einem integrierten Bestandteil der digitalen Intralogistik und bildet die Basis für eine datengetriebene Materialflusssteuerung.

Die Herausforderung: Transparenz und Bedarfsabstimmung im Leergutmanagement

In vielen Produktionsbetrieben ist der Status von Leergut nicht durchgängig sichtbar, weil leere Behälter im ERP oft keinen Warenwert haben. Für stabile Abläufe sind sie dennoch unerlässlich. Fehlt Leergut, können Teile nicht wie geplant transportiert oder gelagert werden.

Bei den Milkruns des Maschinenbauers zeigen sich typische Effekte, die auch in anderen Werken auftreten: Routen und Intervalle sind fest geplant, aber der tatsächliche Bedarf kann situativ abweichen. Ein Milkrun dauert im Mittel etwa 45 Minuten. Ohne exakte Bedarfsdaten entstehen vereinzelt zusätzliche Fahrten für Leergut, während an anderer Stelle kurzfristige Engpässe auftreten können.

Wie in vielen Unternehmen wird dies teilweise über Pufferbestände aufgefangen, die Fläche und Kapital binden. Lagerflächen sind oft knapp, definierte Zonen für Leergut stehen nicht überall zur Verfügung. Das erhöht den Suchaufwand und erschwert die Flächennutzung. Ein digitales Leergutmanagement schafft hier Transparenz und unterstützt eine bedarfsgerechte Versorgung.

Herausforderungen im Überblick

  • Fehlende Bestandsdaten erschweren die Planung
  • Unnötige Fahrten und Engpässe im Materialfluss
  • Pufferbestände binden Platz und Kapital
  • Fehlende Flächen und Suchaufwand im Lager

Die Lösung: Digitales Leergutmanagement als Schlüssel zur Effizienz

Das Unternehmen ORGATEX, Spezialist für Lean-Produktionssysteme, hat eine Lösung für digitales Leergutmanagement entwickelt, die auf IoT-Geräten und der ORGATEX Cloud basiert. Der Maschinenbauer gehört zu den ersten Anwendern der Lösung.

Sensorik für präzise Bestandsdaten

Im Mittelpunkt stehen der OX-Stellplatzsensor und der OX-Kanban-Sensor, die den Zustand von Stellplätzen und Regalfächern kontinuierlich erfassen. Beide Geräte arbeiten mit optischer Time-of-Flight-Technologie, die mit der Lichtlaufzeit vom Sensor zu einem Objekt und zurückarbeitet. Sie misst Objektpositionen und Füllstände präzise und berührungslos.

  • Der OX-Stellplatzsensor erfasst die Position eines Behälters auf dem Shopfloor und erkennt, ob er vorhanden, leer oder voll ist. Bei Bedarf wird automatisch ein Nachschubauftrag ausgelöst. Umgekehrt kann ein Transportauftrag erzeugt werden, wenn eine bestimmte Anzahl leerer Behälter registriert wird.
  • Der OX-Kanban-Sensor übernimmt die Rolle eines digitalen Kanban-Systems. Er erfasst den Bestand im Regalfach und überträgt die Daten kabellos an die Cloud. So werden Nachschubprozesse rechtzeitig ausgelöst, sobald ein Schwellwert erreicht ist.

Informationssystem für Leergutmanagement

Die Datenübermittlung an ORGATEX Cloud geschieht in Echtzeit. Dort werden sie analysiert, visualisiert und für automatische Prozesssteuerungen genutzt. Die Automatisierung ersetzt manuelle Kontrollgänge und sorgt für eine gleichmäßige Versorgung der Produktionslinien. Zusammen mit OX-Label entsteht ein umfassendes Informationssystem für das Leergutmanagement. Das Label zeigt aktuelle Statusinformationen an, kann Transportaufträge quittieren und ist mit ERP- und MES-Systemen verbunden.

Die ORGATEX Cloud besitzt eine intuitive Benutzeroberfläche, in der die Mitarbeitenden Prozesse konfigurieren, Alarme definieren und Visualisierungen erzeugen. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen und in deutschen Rechenzentren DSGVO-konform gehostet. Die Kommunikation erfolgt über das lokale Funknetzwerk Thread oder optional über das Industriemobilfunk (NB-IoT/LTE-M).

Stabile und sichere Kommunikation

Thread ist ein drahtloses Mesh-Netzwerkprotokoll mit Verschlüsselung. Es eignet sich besonders für die lokale Kommunikation zwischen kleinen, energiesparenden Geräten. Die Geräte agieren dabei als gleichberechtigte Teilnehmer und leiten Informationen von einem zum nächsten weiter. Das erhöht die Stabilität und Zuverlässigkeit des Netzwerks.

Die Thread-kompatiblen Geräte von ORGATEX können sowohl innerhalb eines lokalen Netzwerks als auch ohne lokale Infrastruktur über Mobilfunk betrieben werden. Der Installationsaufwand ist gering, Updates werden automatisch Over-the-Air eingespielt – ohne Eingriff der IT oder Produktionsunterbrechung. Für die Verbindung zur Cloud via Mobilfunk wird ein mitgelieferter Router genutzt.

Geräteverwaltung und Datenanalysen in der ORGATEX Cloud

ORGATEX Cloud verwaltet alle Geräte, stellt Schnittstellen zu ERP-, MES- und Logistiksystemen bereit und ermöglicht es, Prozesse ohne Programmierkenntnisse zu konfigurieren. Anwender können eigene Dashboards gestalten, Daten analysieren und Workflows anpassen. Die Cloud wird DSGVO-konform auf AWS-Servern in Frankfurt gehostet und gewährleistet verschlüsselte Datenübertragung sowie regelmäßige Updates.

Damit verschiebt sich die Kontrolle über die Lösung von der IT zu den Fachabteilungen. Auch kleinere Unternehmen mit geringen IT-Ressourcen können die digitale Intralogistik nutzen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Offenheit des Systems. Die Lösung integriert sich einfach in bestehende Infrastrukturen. Über standardisierte APIs werden Daten bidirektional mit ERP- und MES-Systemen ausgetauscht.

Das Ergebnis: Transparente Prozesse und geringe Kosten

Die IoT-Lösung von ORGATEX steigert für den Maschinenbauer die Transparenz, Effizienz und Planbarkeit im Leergutmanagement. Die Erfassung von Stellplatz- und Fülldaten in Echtzeit schafft Klarheit über den aktuellen Materialzustand. Die Mitarbeitenden erkennen Engpässe frühzeitig und können deshalb Nachschubprozesse rechtzeitig einleiten. Manuelle Eingriffe sind überflüssig und Kontrollgänge entfallen.

Der Materialfluss bei dem Maschinenbauer wird auf diese Weise optimiert: Leergut wird bedarfsgerecht bewegt, Milkruns verlaufen gezielter und mit kürzeren Umlaufzeiten. In Pilotprojekten konnten Anwender die Fahrzeiten um bis zu 30 Prozent senken. Das spart Energie und senkt den Verschleiß. Produktionsbetriebe gewinnen damit Planungssicherheit und verringern operative Kosten. Die Kombination aus moderner Sensorik und Cloudsteuerung ist eine Grundlage für die digitale Intralogistik.

Ergebnisse im Überblick

  • Echtzeitdaten sorgen für Planungssicherheit
  • Fahrzeiten sinken um bis zu 30 Prozent
  • Energieverbrauch und Verschleiß werden reduziert
  • Manuelle Kontrollgänge entfallen vollständig

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