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Von der Maschine ins Kundenportal – klare Datenschnittstellen für Service und Kundenintegration

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Lösungsbeispiel PVA, Kontron AIS
5 Minuten Lesezeit
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Die PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, Tochterunternehmen der PVA TePla AG, entwickelt und produziert Hochvakuum- und Wärmebehandlungsanlagen für Füge-, Löt- und Sinterprozesse. In den Maschinen entstehen Temperaturen bis zu 2000 Grad Celsius bei Drücken von bis zu 200 bar. Die Anlagen kommen in verschiedenen Branchen zum Einsatz, zum Beispiel in der Medizintechnik und in der Elektrotechnik.

PVA betreibt weltweit über 20 weitere Tochtergesellschaften. Vor diesem Hintergrund sollten die interne und externe Servicekommunikation vereinheitlicht werden. Parallel dazu sollte eine tragfähige Basis entstehen, um Maschinendaten standardisiert an Kundensysteme und interne Systeme zu übergeben. Die technische Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Kontron AIS, die sowohl IoT-Device-Management-Lösung als auch Kundenportal bereitstellen.

Die Herausforderung: Gewachsene Strukturen in Service und IT modernisieren – für mehr Transparenz und Abstimmung

Viele Serviceeinheiten nutzten historisch verschiedene Tools und etablierte Excel-Strukturen. Dokumentation und Wissen waren dadurch dezentral verteilt – ein typisches Bild in global gewachsenen Maschinenbaustrukturen. Gleichzeitig stieg bei Kunden – etwa in der Medizintechnik und Elektrotechnik – der Bedarf an digitalem Einblick in Maschinenzustände, Energieverbräuche und Wartungsintervalle. Vor diesem Hintergrund entstand die Anforderung, Abläufe stärker zu harmonisieren und Maschinendaten zuverlässig verfügbar zu machen.

Dafür benötigte PVA eine skalierbare Lösung, die Maschinendaten sicher und standardisiert an lokale IT-Systeme der Kunden übergibt und interne Wartungs- sowie Serviceprozesse digitalisiert. Gleichzeitig sollten die Vorgaben der neuen EU-Maschinenverordnung und des Data Act erfüllt sowie Datensouveränität und Cybersicherheit gewährleistet werden.

Zu den zentralen Herausforderungen gehörten außerdem das Change Management und die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden. Hinzu kamen Fragen der Kundendatenfreigabe und des Datenschutzes, da Prozessdaten beim Kunden verbleiben. Zusätzlich galt es, eine technische Standardisierung über viele Tochtergesellschaften hinweg umzusetzen.

Die Lösung: Einheitliche IoT-Architektur mit Edge-Connectivity und digitalem Serviceportal

PVA und Kontron AIS entwickelten eine einheitliche IoT-Architektur auf Basis der EquipmentCloud®. Herzstück ist eine standardisierte Hardwareplattform, die Kontron KBox A-151 -EKL. Dieses industrielle Edge-Device erfasst Daten an der Maschine, verbindet OT und IT sicher und schafft damit die technische Grundlage für alle weiteren Schritte.

Parallel zur externen IoT-Integration modernisierte PVA die internen Serviceprozesse. Während Edge-Device und OPC UA for Machinery die Datenbasis für Kunden liefern, sorgt ein digitales Ticketsystem intern für strukturierte Abläufe und nachvollziehbare Kommunikation. So wachsen Technik und Organisation zusammen.

Die Gesamtlösung umfasst OPC UA for Machinery als standardisierte Maschinenschnittstelle sowie ein zentrales Edge Gateway für die lokale Datenerfassung und sichere Übertragung. Dies wurde mit der Low-Code-Integrationssoftware FabEagle® Connect umgesetzt.Ergänzend kommen eine Docker-basierte Containerstruktur für flexible Softwarebereitstellung über das IoT-Device-Management sowie die EquipmentCloud® als Kundenportal für Dokumentation, Wartungspläne und Servicekommunikation und ein internes Ticketsystem zur lückenlosen Nachverfolgung aller Serviceaktivitäten zum Einsatz.

Das Konzept wurde zunächst in ersten Einheiten pilotiert und wird seitdem schrittweise gruppenweit ausgerollt.

Auf dieser Basis entsteht eine einheitliche Datenschnittstelle für alle PVA-Tochtergesellschaften. Maschinenparameter wie Temperatur, Druck sowie Gas- und Energieverbrauch werden lokal ausgelesen, über das Edge-Device in das standardisierte OPC UA-Modell überführt und über die kundeneigene IT-Infrastruktur bereitgestellt. Die Datenbereitstellung findet bewusst beim Kunden statt. Sicherheit und die Anforderungen der EU-Maschinenverordnung stehen im Mittelpunkt.

Um Vertrauen aufzubauen, setzt PVA zunächst auf eine passive Datenstrategie. Kunden erhalten über die Plattform Zugriff auf Dokumentationen, Wartungspläne und Betriebsanleitungen. Erst im nächsten Schritt werden Live-Daten integriert. So entsteht Transparenz, ohne sensible Prozessdaten preiszugeben. Das Edge GerätKBox A-151 -EKL ist so gewählt, dass sie alle Maschinengrößen abdeckt. Durch Docker lässt sich die Software flexibel skalieren und warten.

Kontron begleitet PVA sowohl strategisch als auch technisch. Dazu gehört die Bewertung regulatorischer Anforderungen – etwa aus EU Data Act, neuer Maschinenverordnung oder KI-Vorgaben – und die Unterstützung bei deren Umsetzung im Projekt.

Das Ergebnis: Standardisierte Datenflüsse und digitalisierte Serviceprozesse – als skalierbare Basis für weitere datenbasierte Services

Durch die Umsetzung entstand eine einheitliche Connectivity-Struktur, die von den Tochtergesellschaften der PVA schrittweise genutzt wird. Maschinen und Anlagen können weltweit nach demselben Prinzip angebunden werden. Das vereinfacht die Integration und verbessert den Datenaustausch über Standorte hinweg.

Die standardisierte Datenbereitstellung über OPC UA und das Edge-Device stellt sicher, dass Maschinendaten konsistent, sicher und herstellerübergreifend verfügbar sind. Kunden können diese Daten ohne zusätzliche Schnittstellen direkt in eigene IT- und MES-Systeme einbinden.

Serviceprozesse sind heute weitgehend digital abgebildet und deutlich transparenter. Das integrierte Wartungs- und Ticketsystem dokumentiert Vorgänge lückenlos und stellt Informationen zu Anlagen, Wartungsintervallen und Einsätzen zentral bereit. Über das Kundenportal auf Basis der EquipmentCloud® stehen Dokumentationen, Wartungspläne und Kommunikationskanäle gebündelt zur Verfügung. Kunden und Service-Teams interagieren dort direkt, was die Zusammenarbeit beschleunigt.

Durch Schulungen und eine klare Toolstrategie stieg die Akzeptanz im Unternehmen. Mitarbeitende aus Service und Technik wurden aktiv in den digitalen Wandel eingebunden. Die zentrale Daten- und Serviceplattform schafft die Grundlage für datenbasierte Services mit erkennbarem Mehrwert und unterstützt eine engere, kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Kunden. Mit den strukturierten Maschinendaten lassen sich künftig weitere Services und vorausschauende Wartungsmodelle realisieren. Kontron AIS stellt dafür die technische Basis aus Edge-Device und Kundenportal bereit und begleitet den weiteren Ausbau der Lösung.

Eingesetzte Technologien

  • Kontron AIS EquipmentCloud® als digitales Kundenportal
  • Kontron KBox A-151 EKL als Edge-Device
  • OPC UA for Machinery als Standardprotokoll umgesetzt mit Low-Code-Integrationssoftware FabEagle® Connect der Kontron AIS
  • Docker-Container für die Softwarebereitstellung mittels IoT-Device-Management KontronGrid der Kontron AIS
  • Sichere Datenarchitektur, ausgerichtet auf Anforderungen aus EU Data Act und neuer Maschinenverordnung

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