In dieser Episode des IoT Use Case Podcasts spricht Gastgeberin Ing. Madeleine Mickeleit mit Alexander Barnstorf-Brandes, Application and System Manager bei PASM, sowie Michael Knöpfle, Geschäftsführer der PSsystec GmbH. Im Mittelpunkt steht ein IoT-Projekt mit über 3000 Telekom-Standorten, bei dem die Signalisierungs- und Monitoring-Infrastruktur modernisiert wird. Die beiden zeigen, wie PASM Störungsmanagement und Energieverbrauch transparent macht, welche Rolle Mobilfunk und die SMARTbox von PSsystec spielen und wie sich Gebäudetechnik effizient und skalierbar in die Cloud bringen lässt.
Folge 195 auf einen Blick (und Klick):
Podcast Zusammenfassung
Wie lassen sich Störungen, Energieverbräuche und Anlagenzustände über tausende verteilte Gebäude hinweg zuverlässig überwachen?
PASM und PSsystec geben in dieser Episode einen tiefen Einblick in die Modernisierung der Telekom-eigenen Gebäudetechnik. Die Herausforderung lag in einer heterogenen Infrastruktur mit veralteter, teilweise ISDN-basierter Signalisierung und hohen Kosten für klassische Gebäudeleittechnik. Gleichzeitig fehlte die Transparenz über Geräte und Verfügbarkeiten an über 3000 Standorten.
Die Lösung besteht aus einer mobilfunkbasierten IoT-Architektur, aufgebaut mit der SMARTbox von PSsystec und der Cloud of Things der Telekom. Die Gateways lassen sich noninvasiv installieren, per Mobilfunk anbinden und vollständig remote konfigurieren. Funktionen wie Hysterese-basierte Messwerte, flexible Übertragungszyklen, Over-the-Air-Updates und Fernparametrierung ermöglichen ein skalierbares Gerätemanagement über große Flotten hinweg. PASM überwacht damit Klima- und Heizungstechnik, Druckluftkompressoren und mobile Stromaggregate und erhält eine einheitliche, cloudbasierte Sicht auf Zustände und Alarme.
Der wirtschaftliche Mehrwert ist klar: PASM spart Hardwarekosten um den Faktor zehn und erhöht die Betriebssicherheit durch mehr Transparenz. PSsystec berichtet aus anderen Projekten von bis zu fünfzig Prozent weniger Serviceeinsätzen dank smarter Datenlogik. Gleichzeitig wird deutlich, wie flexibel IoT arbeitet, vom kleinen Einzelgebäude bis zur großen dezentralen Flotte.
Podcast Interview
Ja, hallo liebe Freunde des IoT. Heute gibt es wieder IoT aus der Praxis. Wie immer schauen wir uns an, wie andere Betriebe die Umsetzung heute schon erfolgreich machen. Heute zu Gast ist die Firma PASM, eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom AG. Dem ein oder anderen ist sie bekannt. Ausgeschrieben heißt das Ganze Power and Air Solutions GmbH. Was sie genau machen, erfahren wir gleich. Im Fokus stehen heute die IoT Use Cases rund um Störungsmanagement und Energieverbrauch. Es geht ganz konkret um IoT-Geräte an mehr als 3000 Standorten, also um große Geräteflotten. Wir sprechen darüber, wie die Energieversorgung und Verfügbarkeit für interne Telekom-Kunden überwacht wird, welche konkreten Einsparungen diese Umstellung bringt und wie man eine solche Lösung skaliert. Außerdem, worauf man achten muss, wenn es um die standortunabhängige Integration geht, gerade beim Mobilfunk. Mit dabei sind heute Alexander Barnstorf-Brandes, Application and System Manager bei der PASM, und ihr IoT-Partner PSsystec, heute vertreten durch Michael Knöpfle, den Geschäftsführer. Ein besonders spannendes Projekt, warum das so ist, erfahrt ihr jetzt. Alle Infos zu solchen und ähnlichen Umsetzungen findet ihr unter www.iotusecase.com, die Kontakte stehen wie immer in den Show Notes. Und damit würde ich sagen, viel Spaß bei dieser Folge. Ab ins Podcaststudio.
Herzlich willkommen an dich, Alex, und an dich, Michael.
Alexander
Hallo, grüß dich.
Michael
Hallo Madeleine.
Hi Alex, ich starte mal mit dir. Wie geht es dir heute und wo erreiche ich dich gerade?
Alexander
Ich bin heute im Homeoffice. Ich hatte eine sehr ereignisreiche Woche, viel zu tun, sehr aufregend. Gerade der Montag war sehr arbeitsintensiv.
Viele Projekte also. Das ist ja erst mal positiv, oder?
Alexander
Absolut, natürlich. Macht Spaß.
Sehr gut. Kurz zur Region, wo bist du örtlich gesehen?
Alexander
Ich bin in Braunschweig beheimatet, also in der Region Braunschweig-Hannover. Unsere Standorte sind über ganz Deutschland verteilt. Die Telekom ist in der ganzen Bundesrepublik vertreten. Die meisten meiner Kollegen sitzen in München oder Münster.
Grüße in meine ehemalige Heimat, an alle, die aus Niedersachsen zuhören und natürlich auch an alle anderen Regionen. Es ist schön, mal wieder jemanden aus Braunschweig und Umgebung dabei zu haben. Michael, schön, dass du auch dabei bist. Wie geht es dir heute und wo erreiche ich dich?
Michael
Ich sitze im Büro bei uns am Firmensitz in Augsburg. Die Woche ist, wie beim Alex, arbeitsreich, aber trotzdem mit viel Spaß verbunden.
Sehr schön. Ich habe im Intro schon etwas zur Vorstellung gesagt. Vielleicht steigen wir da direkt ein. Alex, ich fange bei dir an. Du bist Application and System Manager bei der PASM. Ich habe gerade gesagt, ihr seid eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom AG. Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du verantwortlich für die Bereitstellung der Produkte, die ihr liefert, und für das Störungsmanagement im Konzern. Du betreust hier auch Projekte rund um die Umrüstung, und du bist schon länger im Projekt. Ist das so richtig? Und was fasziniert dich persönlich an solchen Projekten, gerade im Kontext von IoT?
Alexander
Also ich bin schon relativ lange im Konzern. Ich bin seit 2012 bei der Telekom und habe 2022 bei der PASM angefangen. Das Thema IoT begleitet mich seit 2016. Wichtig ist mir zu betonen, dass das natürlich eine Teamleistung ist. Wir arbeiten nicht nur intern zusammen, sondern auch mit unseren externen Partnern. Die Projekte sind so groß, dass selbst die Projektsteuerung eine Herausforderung wäre, wenn man es allein stemmen müsste. Deshalb bin ich froh, mich auf viele gute Kollegen verlassen zu können.
Ich finde es klasse, dass man mit IoT Dinge, die gestern nicht vernetzt oder digitalisiert waren, in die digitale Welt überführen kann. Ich mag es, dass ich meine Arbeit anfassen kann. Ich kann in ein Gebäude gehen und sehe dort unser Gateway, das wir geplant haben, und dazu dann das Gegenstück in der Cloud, quasi den Digital Twin dieser Anlage oder dieses Gebäudes. Das ist immer cool, weil man es Kollegen oder Bekannten sehr anschaulich erklären kann.
Ja, das ergibt Sinn. Als Telekom-Tochter habt ihr dann vor allem interne Telekom-Kunden?
Alexander
Unsere Kunden sind tatsächlich ausschließlich die einzelnen Building-Blöcke der Telekom, also Töchter der Telekom, vor allem die Telekom-Technik, aber auch die DESUS, also unsere Kollegen aus dem Bürobereich. Das bedeutet, dass wir selbst keinen Kontakt zu externen Kunden haben. Wir sind der Dienstleister innerhalb des Konzerns für Verfügbarkeit. Wir stellen die Energie bereit und liefern dazu eine bestimmte Verfügbarkeit, je nachdem, was der Kunde wünscht. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die Energieversorgung bei einem Ausfall mehrere Stunden überbrückt wird.
Was sind denn die Geräte und Anlagen, die ihr vernetzt?
Alexander
Das ist klassische Raumlufttechnik. Zu Hause würde man Klimaanlage sagen, bei uns sind die Anlagen deutlich größer. Dazu gehören auch Druckluftkompressoren und in kleineren Gebäuden ganz normale Heizungen, so wie man sie von zu Hause kennt. Das sind die Anlagen, die wir überwachen und signalisieren.
Verstehe, sehr spannend. Michael, dann kurz zu dir. Du bist der Geschäftsführer der PSsystec und ihr arbeitet ja schon länger zusammen. Kannst du einordnen, welche Relevanz dieses Projekt für euch hat und wie lange ihr schon mit der PASM zusammenarbeitet?
Michael
Ja, tatsächlich arbeiten wir schon einige Jahre sehr erfolgreich mit unserem Team aus Entwicklern, Technikern, Projektmanagern und vielen anderen mit der PASM zusammen. Für uns ist das immer eine Teamleistung. Bei den großen Projekten, die wir mit der PASM umgesetzt haben und weiterhin umsetzen, sind bei uns alle Bereiche beteiligt. Das Faszinierende daran ist, dass sie diesen Digitalisierungsschritt gemacht haben und damit von der analogen in die digitale Welt übergehen, indem analoge Anlagen digitale Daten liefern.
Stark. Man muss ja auch dazu sagen, ihr kommt klassisch aus dem Hardware-Bereich. Ihr habt eine eigene SMARTbox, die als Hardware-Plattform mit SIM-Karte fungiert und ihr bringt eure Mobilfunkkompetenz ein. Darüber sprechen wir gleich noch, also darüber, was man beachten muss und wie das genau funktioniert. Kannst du einmal sagen, was von Anfang an das Ziel dieses Projekts war und warum dieses Störungsmanagement für euch und eure Kunden so wichtig ist?
Alexander
Gerne. Die Anlagen, die wir in unseren Gebäuden haben, müssen durchgehend überwacht werden. Wir haben ein großes Service-Management-Center, sogar zwei georedundante Standorte, die unsere Gebäude überwachen und die Signale auswerten, die dort erzeugt werden. Durch die große Anzahl der Telekom-Standorte und die enorme geografische Fläche ist das eine echte Herausforderung. Es gab in allen Gebäuden Signalisierungstechnik, die teilweise noch analog war, auf ISDN-Basis oder sogar älter. Genau diese galt es zu ersetzen. Dafür gibt es unterschiedliche Lösungswege.
Wir haben uns damals, ich war da sogar noch in einem anderen Bereich der Telekom, gemeinsam mit PSsystec für dieses Projekt beworben, um eine Alternative zur klassischen Gebäudesignalisierung zu entwickeln. Klassische Gebäudesignalisierung bedeutet häufig kostenintensive Hardware, die über interne Hausleitungen mit verschlüsselten Anschlüssen oder DSR-Anschlüssen an zentrale Plattformen geroutet wird. Genau dafür wollten wir eine Alternative schaffen.
Cloud-Technologien und IoT waren damals schon präsent, aber Projekte in dieser Größenordnung gab es kaum. Wir haben 2020 die ersten Schritte gemacht und 2022 richtig Fahrt aufgenommen. Die SMARTbox war am Anfang nur eine von mehreren Möglichkeiten, hat sich aber aufgrund ihrer Flexibilität durchgesetzt, vor allem was den Einbauort betrifft. Wir setzen auf Mobilfunk, haben deutlich geringere Hardwarekosten und können die Anlagen genauso zuverlässig überwachen wie mit der älteren Technik. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, unterschiedliche Cloud-Plattformen zu nutzen. Wir setzen natürlich die Cloud of Things der Telekom ein, aber theoretisch könnte man eine SMARTbox auch an eine andere Cloud anbinden.
[08:58] Herausforderungen, Potenziale und Status quo – So sieht der Use Case in der Praxis aus
Ich glaube, viele Zuhörerinnen und Zuhörer haben ähnliche Projekte oder Herausforderungen. Was waren für euch die konkreten Savings oder Bereiche, in denen ihr durch Störungen eigentlich viel Geld verloren habt? An welchen Punkten lohnt sich das Investment in Technologie besonders? Wo habt ihr im Alltag erkannt, dass Prozesse eigentlich unnötig aufwendig oder zu teuer sind, etwa weil man zu vielen Vor-Ort-Einsätzen fährt oder Störungsmeldungen nicht effizient abgewickelt werden? Warum ist dieses Störungsmanagement so entscheidend und welche Aspekte gehören für euch noch dazu?
Alexander
Das ist natürlich ein weites Feld. Generell gilt, die Anlagen zu überwachen ist das A und O. Ich möchte den Zustand meiner Anlagen in der Fläche kennen. Das ist ein großer Mehrwert. Ich kann verschiedene Störungen signalisieren, je nachdem, was ich an Technik habe.
Für uns war ein großer Vorteil die Gateways selbst. Ich kann zum Beispiel Massenoperationen deutlich einfacher ausführen.
Was bedeutet das?
Alexander
Wenn ich zum Beispiel Reaktionszeiten verkürzen möchte oder Übertragungsintervalle für Temperaturdaten anpassen will. Ein Beispiel: Im Sommer wird es sehr warm. Ich messe die Temperatur einmal pro Stunde und habe eine Hysterese hinterlegt. Das bedeutet, wenn die Temperatur um mindestens 0,4 Grad steigt, wird ein zusätzlicher Messpunkt erzeugt. Jetzt habe ich aber eine Hitzewelle und möchte meine Standorte deutlich engmaschiger überwachen. Dann kann ich über die Verbindung von Cloud und IoT diese Intervalle schnell und einfach anpassen. Und zwar gezielt in einzelnen Gebieten. Ich kann nach Bundesländern gruppieren, nach Einsatzbereichen oder ich kann das gesamte Einsatzgebiet gleichzeitig umstellen.
Dazu kommt das Thema Over-the-Air-Updates, also Funktionserweiterungen unserer Gateways. Michael hat das vorhin angesprochen. Wir haben uns da gemeinsam extrem weiterentwickelt, besonders im Vergleich zu 2022. Die Geräte, die PSsystec uns bereitstellt, sind im Vergleich zur klassischen Gebäudeleittechnik recht einfache Geräte. Aber wir haben immer mehr Businesslogik auf diesen Geräten aufgebaut und viele Funktionen ergänzt. Die Hysterese ist ein Beispiel. Ein anderes ist, dass das Gerät nach einer Alarmierung sofort automatisiert den Übertragungszyklus erhöht. Das lässt sich für jeden einzelnen Datenpunkt konfigurieren. Wir haben das in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt.
Ein weiteres Beispiel ist die komplette Fernkonfiguration dieser Gateways. Wir können die Hardware vollständig remote konfigurieren, Eingang für Eingang. Wir können bis zu 40 Datenpunkte an so ein Gateway anschließen und aus der Ferne definieren, welcher Eingangstyp verwendet wird. Das Gateway setzt das sofort um. Ein Techniker vor Ort muss keinen Laptop dabei haben. Er schließt nur die Sensorik an und wir erledigen den Rest aus der Ferne.
Stark. Jetzt gibt es ja viele, die noch nicht da sind, wo ihr heute steht. Oft wird das noch mit klassischer Gebäudeleittechnik oder über Steuerungen gelöst. Habt ihr Best Practices, bei denen ihr sagen würdet, wenn man ein ähnliches Projekt startet, sollte man genau darauf achten, weil dort echte Kostenfallen lauern? Wie habt ihr es vorher gelöst? Und gibt es Dinge, bei denen ihr sagt, das kann man sich heute eigentlich sparen?
Alexander
Ein wichtiger Kostenpunkt ist der Mobilfunk. Wir nutzen natürlich unsere eigenen Mobilfunktarife der Telekom, aber das sind Karten, die genauso am freien Markt verfügbar sind. Das Datenvolumen zu optimieren ist auf jeden Fall sinnvoll und etwas, worauf man achten sollte. Die eigentliche Kostenfalle früher lag jedoch woanders. Wir haben viele relativ kleine Gebäude bei der Telekom. Wenn man es in T-Shirt-Größen ausdrücken will, haben wir alles von S bis XXL. In diesen kleinen Gebäuden hätten wir mit klassischer Gebäudeleittechnik mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Allein die Hardwarebeschaffung, der Betrieb dieser Hardware und die Anbindung der Gebäude wären große Kostenfaktoren gewesen. Genau dort entsteht der erste Einsparungseffekt, den man mit IoT erzielen kann.
Verstehe. Und kleiner Hinweis an alle, die mehr zur Telekom IoT erfahren wollen: Ich habe eine eigene Folge dazu gemacht, die Episode 186, speziell zum Thema Connectivity der Telekom IoT. Ich packe das in die Show Notes. Ihr findet sie auch bequem über Spotify oder Apple.
[13:51] Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien
Es ist ein technisches Thema, aber vor allem auch durch echte Business Cases getrieben.
Die Punkte, die du angesprochen hast, gehören ins Thema Gerätemanagement und Asset Management. Also die Frage, wie man Zyklen erhöht, Over-the-Air-Updates macht, Fernkonfiguration umsetzt und so weiter. Das bezieht sich ja sowohl auf die Hardware als auch auf das Gerätemanagement. Kann man das so zusammenfassen, und was waren für euch die größten Vorteile?
Alexander
Definitiv. Das Flottenmanagement, also der Komfortvorteil, ist enorm. Und ich kann so eine Plattform auch jemandem an die Hand geben, der technisch nicht tief in der Materie steckt. Das ist ein großer Vorteil. Die IoT-Plattformen, die man heute kennt und nutzt, sind deutlich komfortabler, als wenn man eine klassische Steuerung programmieren müsste. Das wäre ein enormer Aufwand und man bräuchte Fachkräfte, die dafür qualifiziert sind.
Total. Michael, ihr arbeitet schon sehr lange mit eurer SMARTbox als Hardware-Plattform und dem Thema Mobilfunk. Was würdest du hier besonders hervorheben? Was ist wichtig, wenn man so ein System unabhängig von anderer Infrastruktur aufbaut? Du hattest erwähnt, dass sich der Fokus weg von der reinen IT, wie man sie klassisch kennt, und hin zum Mobilfunk verschiebt. Was ist für dich das Besondere an diesem Projekt oder der technologische Aspekt, der hier einen Vorteil bringt?
Michael
Allgemein ist die Unabhängigkeit von der IT ein großer Vorteil. Ich brauche keine Integration in bestehende Netzwerke und muss kein eigenes Netzwerk vor Ort aufbauen. Ich nutze ein Netzwerk, das weltweit verfügbar ist. Dieses Netzwerk nutze ich und habe trotzdem Datensicherheit, weil die Übertragung über sichere Strecken läuft und die Cloud-Plattformen zertifiziert und abgesichert sind. Diese Angst, die man manchmal hört, dass das nicht sicher sei, ist unbegründet. Das sind alles sichere Verbindungen.
Unsere Geräte sind so aufgebaut, dass man sie einsteckt und direkt loslegen kann. Wie Alex gesagt hat, kann ich an ein SMARTbox -System bis zu 40 IOs anschließen. Vor Ort wird verdrahtet und ich kann später alles über die Cloud sauber konfigurieren. Ich muss nicht programmieren oder Softwareparameter vor Ort anpassen. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil.
Zum Thema Datenverbrauch: Der ist überall ein Thema, egal ob Mobilfunk oder ein anderes Netzwerk. Wenn ich ein Bürogebäude mit 100 Leuten habe und eine Serverfarm betreibe, brauche ich auch viele Daten. Die wichtigste Frage ist immer, was der Business Case braucht. Brauche ich wirklich alle 30 Sekunden einen Messwert? Bringt mir das einen Mehrwert? Oder reicht es, alle 15 Minuten zu messen? Das hängt immer vom Anwendungsfall ab. Diese Überlegung ist positiv, weil man sich damit auseinandersetzt, was man mit den Daten macht und wie man sie tatsächlich benötigt. Dadurch kann ich den Verbrauch optimal anpassen und gleichzeitig flexibel bleiben.
Cool. Also das, was Alex vorhin meinte, wenn eine Hitzewelle kommt und schnellere Reaktionen notwendig sind, wäre das ein Beispiel dafür. Dann verarbeitet ihr die Daten nicht dauerhaft in hoher Frequenz, sondern ihr stellt situativ um, vielleicht auf einmal pro Minute, alle 15 Minuten oder sogar nur einmal am Tag konsolidiert. Das heißt, ihr schaut euch genau an, wie der Zyklus optimal eingestellt werden muss, damit das Gerätemanagement bestmöglich funktioniert?
Michael
Ja, über das Gerätemanagement kann man das einstellen. Man hat genau diese Flexibilität.
Alexander
Und ich würde den Punkt gerne noch einmal aufgreifen, weil dieses kritische Auseinandersetzen mit den eigenen Systemen automatisch entsteht, wenn man so ein Projekt umsetzt. Wenn man jemanden fragt, wie viele Datenpunkte er gerne hätte, sagt er meistens alle. Jeder möchte alles über eine Anlage wissen. Aber in den wenigsten Fällen wird eine nahezu Echtzeitauflösung tatsächlich benötigt.
Unsere Geräte sind immer im Standby. Erst wenn sich der Zustand einer Anlage ändert, signalisiert das Gerät und genau dann brauchen wir die Daten. Temperaturwerte zum Beispiel haben teilweise rechtliche oder vertragliche Anforderungen. Da müssen wir sie erfassen, mindestens einmal stündlich oder alle zwei Stunden.
Michael
Genau. Und da fällt mir ein weiteres Beispiel ein, das sehr gut zeigt, wie flexibel man mit so einer Lösung arbeiten kann. Es geht um mobile Stromaggregate, große Anhänger mit Stromerzeugern. Die Anforderungen dort waren: Ich möchte wissen, wo das Gerät steht, also GPS. Und ich möchte den Zustand kennen, zum Beispiel Ladezustand der Starterbatterie, Tankinhalt oder ob das Aggregat gerade läuft.
Auch das haben wir mit einer SMARTbox umgesetzt. Die Box wurde von einem normalen Techniker im Schaltschrank eingebaut und angeschlossen. Die eigentliche Parametrierung lief komplett aus der Ferne. Die Modbus-Konnektivität wurde also remote eingerichtet. Register 1 ist der Tankinhalt, und so weiter. So kann man mehrere Anforderungen sehr einfach und, da stimme ich Alex zu, auch sehr günstig mit einer Lösung abbilden.
Stark. Ich glaube, das ist für viele Betriebe relevant, die ähnliche Projekte haben. Und ich sage es an der Stelle gerne: Wenn jemand zuhört und denkt, das passt zu den eigenen Herausforderungen, ich packe eure beiden Kontakte in die Show Notes. Michael, zu dir und zu dir Alex. Ich hoffe, das ist für euch beide in Ordnung, falls jemand sagt, er möchte sich mal über Erfahrungswerte austauschen. Und natürlich auch herzliche Einladung in unsere Community, die sich genau mit solchen Themen beschäftigt.
Eine Frage noch: Das heißt, besonders interessant ist diese Lösung vor allem für Betriebe mit vielen dezentralen Assets oder Geräten, oder? Denn diese Skalierungseffekte entstehen ja vor allem dann, wenn man sehr viele kleine Geräte oder große Flotten im Feld hat.
Alexander
Würde ich gar nicht pauschal sagen. Wir sind natürlich ein extremes Beispiel, was Mengen und Verteilung angeht. Aber warum sollte es nicht sinnvoll sein, wenn ich nur ein oder zwei große Gebäude habe und dort meine Anlagen oder Energieverbräuche überwachen möchte? Aus meiner Sicht macht das mit IoT definitiv Sinn. Und wenn ich Technologien nutze, die sowohl Mobilfunk als auch, wie bei uns sehr häufig, Low-Energy im Mesh-Netzwerk verwenden, habe ich zusätzlich eine noninvasive Technik. Ich muss keine Kabel ziehen, keine Brandschotts öffnen. Das sind extrem kostenintensive Arbeiten, die ich dadurch vermeiden kann.
Natürlich hat diese Technik auch Grenzen. Es gibt Dinge, die lassen sich nur schwer realisieren. Das sollte man sich vorher genau anschauen. Aber in der Masse haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Und es gibt mittlerweile Mobilfunktechnologien wie NB-IoT, die wir überall als Backup einsetzen, um auch Gebäudeteile oder Schächte zu erreichen, die bis zu zwei Meter unter der Erde liegen. Auch dort bekommen wir noch Empfang.
Das heißt, ihr habt auch Geräte, die unter der Erde vernetzt werden müssen?
Michael
Es gibt auch komplett andere Anwendungsfälle, wo einzelne Geräte ausreichen. Bei der PASM ist das natürlich nicht so, aber wenn ich an HACCP im Lebensmittelbereich denke, da gibt es die Anforderung, alle 15 Minuten die Temperatur mitzuschreiben. Auch da haben wir Geräte im Einsatz. Da ist es vielleicht eine Apotheke oder ein Metzger, der ein bis drei Kühlräume überwacht. Dann ist das nur ein Gerät und es ist einfach, weil es noninvasiv ist. Ich befestige das Gerät an der Wand, nutze kabellose Sensoren wie BLE Beacons, klebe die an die Wand, gebe Strom drauf und die Daten kommen sofort. Die einfache Umsetzung ist am Ende der große Vorteil.
Ja, interessant. Wie funktioniert bei euch die Integration der Daten? Werden eure Daten in andere Gebäudemonitoring-Systeme wie ein EDM integriert? Oder fließen sie klassisch von der OT beziehungsweise vom Gerät in die Cloud? Oder schafft ihr auch IT/OT-Integration für eure internen Kunden?
Alexander
Sowohl für uns selbst als auch für unsere Kunden müssen die Daten natürlich in anderen Systemen weiterverarbeitet werden. Wir beziehen auch Zusatzinformationen aus Dritt-Systemen. Die Vernetzung findet also definitiv statt. Bei kleineren Unternehmen ist das vielleicht nicht notwendig. Dort kann man eine Cloud-Plattform auch als Standalone nutzen. Ich war früher Projektmanager im IoT-Bereich und wir haben einige Projekte umgesetzt, in denen Firmen genau das gemacht haben und direkt in der Plattform ihre Daten gepflegt haben. Für uns als relativ großes Unternehmen reicht das natürlich nicht aus.
Macht Sinn. Wie sieht die konkrete Lösung für euch aus, vielleicht auch aus Sicht des Users? Was habt ihr geschaffen und wie sieht das Ergebnis für den Endnutzer aus?
Alexander
Bei uns gibt es viele unterschiedliche Nutzergruppen. Es gibt nicht den einen End-User, sondern verschiedene Interessengruppen, die mit den Daten arbeiten. Wenn wir auf den ursprünglichen Use Case zurückkommen, also das Störungsmanagement und die Erfassung der Anlagenzustände, dann arbeiten die Kolleginnen und Kollegen direkt in der Web-Oberfläche. Diese Oberfläche zeigt auf einen Blick sämtliche Informationen zur Anlage oder zu den Anlagen, die mit dem jeweiligen Gateway verbunden sind. Man kann die Historie einsehen, um zu erkennen, ob es wiederkehrende Meldungen gibt, die vielleicht auf einen Defekt hinweisen, der schon längst hätte behoben werden sollen. Man kann sich auch jederzeit den aktuellen Zustand der Anlage aktualisieren lassen. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten also direkt in der Web-Oberfläche der Cloud of Things, dem Produkt der Telekom, gemeinsam mit den Geräten.
Wir nutzen die Plattform zusätzlich massiv für das Flottenmanagement, das ist zum Beispiel einer meiner Kernaufgabenbereiche.
Das heißt, euer End-User bemerkt ja eigentlich nichts von der skalierbaren Architektur dahinter. Das ist dann eher das Thema Gerätemanagement, das aber in die Cloud of Things integriert ist. Irgendwo müssen die Geräte ja mit der Cloud-Ebene sprechen. Das ist dann wahrscheinlich der Übergang, wo PSsystec für euch ansetzt, die Konnektivität und die Gerätelogik liefern, und ab dort übernimmt das Cloud-Gerätemanagement, oder?
Alexander
Genau. In der Cloud ist das Gerätemanagement komplett integriert. Wir können dort eigene Dashboards und Oberflächen bauen. Wenn wir Geräte von PSsystec erhalten, sind sie vollständig vorkonfiguriert. Auch logistisch ist das ein Vorteil, weil wir unterschiedliche Einsatzzwecke haben. Die Geräte sind entsprechend gelabelt und werden je nach Zweck schon passend vorkonfiguriert übergeben. Ab dem Moment, an dem das Gerät an der Wand hängt, können wir es über die Plattform managen.
Und der Skalierungseffekt ist enorm. Ob wir 200 oder 300 Geräte haben oder 2.000 oder 3.000, macht für den einzelnen Nutzer in der Oberfläche praktisch keinen Unterschied.
Das ist dann die Backend-Architektur, die ihr skalierbar gebaut habt. Sehr spannend. Habt ihr für euch eigentlich einen Return on Investment ausgerechnet?
Alexander
Ja, natürlich haben wir uns darüber Gedanken gemacht. Einer der Hauptfaktoren ist die Hardware. Da würde ich von einem Faktor zehn sprechen, den man einsparen kann. Für uns ist es ein bedarfsgerechter Ausbau. Ich kann einzelne Anlagen oder kleinere Gebäudeteile sehr gut überwachen. Die Technologie hat Grenzen, aber wenn man diese genau kennt, kann man sie sehr gezielt einsetzen.
Den Return on Investment kann ich nicht exakt beziffern. Bei der Hardwarebeschaffung würde ich wie gesagt vom Faktor zehn ausgehen. Dann kommt das Thema Konnektivität dazu. Die Konnektivität und die Angebote, und ich würde wirklich weltweit sprechen und natürlich auch von der Telekom, haben sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt. Es gibt sehr attraktive Angebote am Markt, bei denen selbst kleinere Flotten sinnvoll werden. Tarife und SIM-Karten, die zehn Jahre laufen, sind sehr günstig und funktionieren zuverlässig.
Michael
Der grundsätzliche Effekt ist, dass ich die Betriebssicherheit erhöhe, weil ich mehr Transparenz habe. Ich habe deutlich weniger Ausfälle. Und wenn man das über fünf oder zehn Jahre betrachtet, kann sich das in Millionenbereichen summieren.
Ich kann da noch ein Beispiel aus einem anderen Auftrag nennen, nicht von der PASM. Da liegen mehrere fünfstellige Geräte im Feld. Durch das Monitoring hat man fünfzig Prozent der Serviceeinsätze eingespart. Einfach weil man anhand der Daten logischer entscheiden konnte, ob man überhaupt reagieren muss, ob jemand hinfahren muss oder ob es reicht, einen Prozess neu anzustoßen. Allein das hat innerhalb kurzer Zeit fünfzig Prozent eingespart. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und sage, wenn man einen klaren Business Case hat, also wenn man weiß, was man mit den Daten macht, hat man immer eine Einsparung.
Sehr stark. Das ist ein schönes Beispiel. Und genau das rentiert ja dann auch die Investments in IoT-Technologien und in solche Produkte. Die Servicekosten sinken, die Hardware ist günstiger und dahinter steht eine skalierbare Architektur. Danke, dass ihr das so offen geteilt habt.
[28:01] Übertragbarkeit, Skalierung und nächste Schritte – So könnt ihr diesen Use Case nutzen
Alex, kurze Frage an dich. Wie entwickelt sich das Projekt weiter? Seid ihr bereits fertig oder gibt es Zukunftspläne? Worauf dürfen wir gespannt sein?
Alexander
Fertig sind wir wahrscheinlich nie, so würde ich es formulieren. Wir entwickeln uns stetig weiter. Die PSsystec hat uns in diesem Jahr eine neue Version der SMARTbox vorgestellt, ich hoffe, ich darf das so sagen, Michael. Diese neue Version wird deutlich leistungsfähiger sein. Sie ermöglicht uns, kleine Services direkt auf der SMARTbox laufen zu lassen und damit auch größere Anlagen zu überwachen. Und das weiterhin im IoT-Kosmos, der für uns allein durch die Mengen große Einsparungen bringt.
Grundsätzlich hat das auch eine gewisse Strahlkraft im Konzern. Use what you sell, sagt man ja. Die Telekom ist selbst sehr stark im Vertrieb von IoT-Produkten. Grüße an die Kolleginnen und Kollegen aus dem IoT-Bereich. Auch sie nutzen natürlich die Beispiele, die wir hier gemeinsam aufgebaut haben.
Stark. Vielleicht geben wir in Zukunft noch einmal ein Update, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Michael, die letzte Frage an dich: Welche neuen Features oder Themen habt ihr in der Roadmap? Was kommt nächstes Jahr?
Michael
Ja, tatsächlich arbeiten wir gerade an einem sehr spannenden neuen Produkt, das ich heute zum ersten Mal vorstellen darf. Wir haben zwei große Produktbereiche. Einmal Energiedatenmanagement und einmal Fernwartung. Und gerade bei den Fernwartungsprojekten sehen wir, dass die Anforderungen an Datenvolumen, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Anbindungsmöglichkeiten und den Zugriff auf das Endgerät oder die Maschine stark steigen. Da stoßen bisherige mobilfunkbasierte IoT-Gateways an ihre Grenzen.
Genau deshalb gehen wir jetzt den nächsten Schritt mit einer neuen, deutlich stärkeren SMARTbox. Wir haben eine Version entwickelt, die mehr Power, mehr Anschlüsse, mehr Rechenleistung und einen höheren Datendurchsatz bietet. Ein Gerät, das auch komplexe oder stark vernetzte Anlagen souverän handhaben kann.
Technologisch setzen wir bewusst auf einen smarteren Ansatz als klassisches VPN. Statt externe Zugänge zu öffnen, nutzen wir für die neue SMARTbox ETH eine vollständig verschlüsselte Verbindung über einen Cloud-Tunnel. Das kommt ohne externe Software und ohne IT-Konfiguration aus. Keine offenen Ports, kein Zugriff von außen, sondern ein sicherer Tunnel. Und auch hier wieder über Mobilfunk. Kurz gesagt, einfacher, gleiche Sicherheit, aber mit einer völlig neuen Leistungsklasse.
Wir glauben, dass wir mit der neuen SMARTbox ETH einen echten Mehrwert schaffen. Wir sehen auch bereits jetzt, dass einige Kunden großes Interesse haben und darauf warten, dass wir ihnen ein Modell zur Verfügung stellen können.
Ja, stark.
Michael
An der Stelle möchte ich dem Alex und der PASM danken, dass sie diesen Weg mit uns gehen. Dass sie sagen, ihr habt eine tolle Lösung und wir brauchen vielleicht noch ein bisschen mehr an der einen oder anderen Stelle, aber wir gehen diesen Weg gemeinsam. Ich muss auch sagen, es macht richtig Spaß, mit den Damen und Herren der PASM zusammenzuarbeiten. Es ist ein tolles Team. Danke an der Stelle.
Alexander
Danke dir dafür. Das kann ich nur zurückgeben. Es ist Arbeit auf Augenhöhe. Und die PSsystec hat aus meiner Sicht in vielen Bereichen gezeigt, wie flexibel sie ist. Diese Flexibilität haben wir bei anderen Herstellern so noch nicht gesehen.
Na stark. Dann danke ich euch abschließend, dass ihr heute dabei wart. Ich fand es sehr schön, dass wir einen konkreten Praxisbezug hatten. Die Use Cases waren sehr klar. Wir haben über Herausforderungen gesprochen, über Learnings auf der technischen Seite und über den Business Case und den Mehrwert. Wir haben auch über eure Zusammenarbeit gesprochen und ein paar technische Details waren ebenfalls dabei.
Zum Abschluss noch einmal vielen Dank an euch beide. Alle Infos zur Folge, Kontakte und weitere Details findet ihr wie immer in den Show Notes. Schaut da gern mal vorbei. Eine schöne Restwoche. Macht’s gut.
Alexander
Macht’s gut.
Michael
Vielen lieben Dank. Danke.
Tschüss.
Michael
Tschüss.



