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Sensor2Cloud-Integration – So spart ihr Kosten im Engineering und in der Produktentwicklung

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IoT Use Case Podcast #120 - Perinet

In der 120. Folge des IoT Use Case Podcasts diskutiert Ing. Madeleine Mickeleit mit Dr. Karsten Walther von Perinet zentrale Herausforderungen der Sensor2Cloud-Integration.

Zusammenfassung der Podcastfolge

Ein Hauptproblem, das in der Episode hervorgehoben wird, ist der hohe Aufwand bei der Vergabe von IP-Adressen, der Sensorintegration und -anbindung sowie der Handhabung von Daten in verschiedenen IT-Systemen. Dr. Walther erklärt, wie durch die Vereinfachung des Zugriffs auf Daten Engineeringkosten gespart werden können, indem die Komplexität und die Kosten, die mit der Integration verschiedener Sensoren und der Anbindung an diverse IT-Systeme verbunden sind, reduziert werden.

Er teilt Einblicke in die nahtlose Anbindung von Sensoren und Aktoren an IT-Systeme, diskutiert die Bedeutung von IoT-Produkten wie dem periCORE SPE communication module und erörtert die operativen, technologischen sowie geschäftlichen Use Cases, die Perinet seinen Kunden bietet.

Perinet arbeitet eng mit IoT-Partnern und Systemintegratoren zusammen, um die Anwendung ihrer Technologie in verschiedenen Branchen zu erweitern.

Podcast Interview

Hallo, Karsten. Herzlich willkommen zum IoT Use Case Podcast. Ich freu mich mega, dass du mit dabei bist. Wie geht’s dir heute und wo erreiche ich dich gerade?

Karsten

Hallo Madeleine, danke für die Einladung zu eurem super Podcast. Ich bin heute im Büro. Mir geht es super und ich freue mich auf die Folge. Es ist ein spannendes Thema.

Du bist in der operativen Geschäftsführung und bringst sehr viel Erfahrung und sehr viele Jahre vor allem aus der Automatisierung mit. Wie bist du eigentlich zu Perinet gekommen?

Karsten

Ich persönlich bin in dem Gebiet tatsächlich seit 25 Jahren unterwegs. Ich habe Informatik und E-Technik studiert und da ging es von Anfang an immer um Einbindung von kleinsten Systemen, also Sensoren, Aktoren und dann die IT-basierte Bearbeitung. Dann bin ich von der Uni, dann Promotion an der Uni, beim Entwicklungsdienstleister für Edge-Geräte oder was man heute als Edge-Geräte bezeichnen würde. Im Jahr 2013 bin ich dann tatsächlich zu Harting gekommen und war dort im Bereich IoT, auch Industrial IoT, und habe dort viele Projekte in der Firma gesehen, für die wir letztendlich auch unterstützen sollten mit Geräten, die wir entwickelt haben.

Hieß das damals schon IoT? Wahrscheinlich habt ihr es anders genannt, oder?

Karsten

Es hieß tatsächlich schon Industrial IoT. Mein damaliger Chef, der war wirklich Entrepreneur, der ist vorangegangen und auch Dietmar Harting ist hier sehr interessiert an neuen Themen, die er verfolgt. Daher hat er dieses Thema auch sehr zeitlich aufgegriffen. Das war halt auch das Spannende, dass wir bei Harting die Möglichkeit hatten, ein Thema zu bearbeiten, was viele andere noch gar nicht auf dem Schirm hatten.

Megaspannend. Jetzt seid ihr mit Perinet komplett eigenständig unterwegs, ihr hängt jetzt nicht an Harting. Wie kam das dann mit Perinet zustande?

Karsten

Wie gesagt, wir haben fünf Jahre in diesen IoT-Projekten zusammengearbeitet und haben Produkte entwickelt. Einerseits war das sehr, sehr gute Grundlagenbildung. Was sind denn tatsächlich die Probleme? Auf der anderen Seite haben wir aber auch gesehen, dieses typische Dilemma in einer großen, erfolgreichen Firma einen neuen Geschäftsbereich auszubauen. Da trifft man auch immer wieder auf Hürden. Insbesondere wenn es so unterschiedlich ist. Harting ist ja hauptsächlich in der Elektromechanik erfolgreich. Wir fangen jetzt an mit kleinsten Elektronikgeräten. Dann haben wir 2018 gesagt, wir starten jetzt Perinet als Start-up außerhalb des Konzerns, aber natürlich mit Dietmar Harting persönlich als Gesellschafter, um dieses ganze Thema noch viel, viel schneller oder viel besser treiben zu können.

Ihr seid mit Perinet erstmal ganz grundlegend zur Branche Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten zugehörig. Ihr entwickelt also Elektronik, um Sensoren und Aktoren netzwerkfähig zu machen, habt aber auch einen sehr starken Fokus auf die nahtlose Anbindung von Sensoren und Aktoren an die IT-Systeme, also zum Beispiel an den ERP. Ich stelle mir das vor, wenn mein Zuhause ein sehr gut organisiertes Team ist. Ich habe meine kleinen Helfer, meine Lampen, die sich einschalten, wenn es dunkel wird. Ich habe eine Heizung, die schon mal aufgedreht wird, bevor ich nach Hause komme usw. Ich stelle mir vor ihr mit Perinet seid im Endeffekt eine Art Coach dieses Teams. Ihr tüftelt an der Technik, die es wirklich allen Geräten ermöglicht, miteinander zu sprechen und sich abzustimmen. Kann man das so sagen?

Karsten

Das Anwendungsbeispiel ist genau das Richtige. Vor zehn Jahren noch als ich in der Entwicklungsfirma war, hatten wir zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk entwickelt. Dort war die Aufgabe, dieses auch mit Ethernet auszustatten, weil die Gebäudeleitsysteme alles schon IT-Systeme sind. Das ist erstmal das Grundthema, das wir haben, dass die IT immer tiefer in dieses Thema geht. Früher waren es Rechenzentren, dann waren es Heimcomputer, irgendwann kamen die Handys. Wir haben die Edge Computer im Industriebereich gesehen, Raspberry Pi. Jetzt geht es eigentlich nur um den nächsten Entwicklungsschritt, dass auch der einzelne Sensor netzwerkfähig wird. Dort gibt es schon einige Geräte am Markt.

Ihr seid ja, wenn man jetzt die Automatisierungspyramide nimmt, sehr weit unten. Ihr bindet diese Sensoren und Aktoren an, so ein bisschen zur Einordnung, wo wir uns überhaupt so räumlich befinden.

Karsten

Genau, oder anders gesagt, wir nehmen diesen Begriff „Internet of Things“ sehr wörtlich. Für uns bekommt jedes Ding wirklich eine Internetadresse und ist damit Teil des Internets.

Ihr habt Kommunikationsmodule, das ist erstmal beispielsweise ein Gerät, was den Sensoren und Aktoren ermöglicht, mit dem Netzwerk zu kommunizieren. Man kann sich das vielleicht vorstellen wie ein Übersetzer, der diese Sprache der Sensoren und Aktoren spricht und diese sozusagen umwandelt, dass das ein Netzwerk am Ende richtig versteht. Kann man das so sagen?

Karsten

Ja, im Endeffekt ist unser Modul ein kleiner Rechner und den kann ein Sensorhersteller oder ein Aktorhersteller in sein Gerät mit einbauen. Die Herausforderung für die Hersteller ist hier natürlich, dass sie bspw. Temperatursensoren herstellen und dort sehr viel Wissen haben, aber sehr wenig Wissen, wie ein Computer funktioniert. Im Endeffekt, wenn wir eine Netzwerkschnittstelle dort einbauen, machen wir aus diesem Sensor auf einmal einen normalen Rechner. Im Netzwerk kann ich nicht unterscheiden, ob ich mit einem Sensor rede oder ob ich mit meiner Hausbank rede im Internet, außer an der Adresse. Das ist genau das, was wir liefern, dieses Know-how, die Elektronik und die Software, um aus einem kleinen Gerät einen Rechner zu machen.

Ihr habt nicht nur das Modul, was ihr liefert, sondern auch Adapter und sogenannte Converter bei euch im Portfolio. Einen Adapter wird mit unterschiedlichen Steckern oder Übertragungsstandards verbunden, ähnlich wie ein Reiseadapter für Steckdosen, könnte man sagen. Ein Media-Converter ist ja im Endeffekt ein Gerät, das die Übertragungsart der Daten ändert, zum Beispiel von elektrischen Signalen in andere Signale, die ich brauche, um Medien richtig zu senden. In dem Fall seid ihr auch unterwegs mit den Produkten, oder?

Karsten

Das Modul ist eigentlich unser Hauptprodukt für die Integration von Sensoren und Aktoren oder Kleinstgeräte. Es ist jetzt aber so, dass nicht jeder Hersteller sofort die Stückzahlen hat, um sein Gerät zu ändern. Dafür haben wir genau diese Adapter, dass man zum Beispiel einen Bestandssensor nachträglich zu einem Rechner machen kann, indem man diesen Adapter davor schraubt. Er setzt praktisch diese Analogsignal um, meinetwegen 0 bis 10 Volt Signal, was aus dem Sensor kommt. Auf der anderen Seite verfügt er über eine Netzwerkschnittstelle, um diese einzelnen Sensoren intelligent zu machen. Dann haben wir noch weitere Komponenten, wie zum Beispiel einen 3-Port-Switch, den man im Kabelstrang verlegen kann oder nutzen kann, um mehrere Sensoren oder mehrere Kleinstgeräte anzuschließen. Der Medienkonverter ist dafür da, dass man von dem Netzwerksegment der Sensoren an eine normale Netzwerkdose rangehen kann, weil wir technisch auf Single Pair Ethernet setzen. Das ist ein neuer Ethernet-Standard, der besonders geeignet ist für diese Kleinstgeräte. Man braucht dann noch einen Umsetzer von diesem Single Pair Ethernet zum klassischen Ethernet, so wie wir es bei der Gebäudeinstallation kennen.

Der Netzwerk-Switch, den ihr hier anbietet, ist ja, ich weiß nicht, ob man das mit einer Weiche am Bahnhof vergleichen kann, die sozusagen den Datenverkehr in einem Netzwerk leitet und sicherstellt, dass die Informationen am richtigen Zielort landen, oder?

Karsten

Genau, es ist ein ganz normaler Netzwerk-Switch. Die Besonderheit ist, dass er so extrem klein ist, dass man ihn im Kabelkanal verlegen kann. Einen normalen Switch kennen wir, die sind alle größer als ein Handy. Das kann ich nicht irgendwo in der Installation einfach einbauen, sondern muss ich immer an die Wand schrauben, dann muss ich die Kabel hinführen. Dieser Kleinst-Switch, den wir haben, kann man direkt im Kabelstrang mitverlegen. Letztendlich unterscheidet er sich von der Größe nicht von einem Stecker, von der Funktion ist es aber wirklich ein klassischer Netzwerk-Switch.

Jetzt hast du SPE in die Runde geworfen. SPE bedeutet Single Pair Ethernet. Ich habe sozusagen ein Kabel, was nur ein paar von Drähten verwendet, um diese Daten zu übertragen, was es am Ende irgendwie einfacher, kostengünstiger und wahrscheinlich auch nachhaltiger macht. Das ist im Endeffekt das Kabel, was ich brauche, um dann die Geräte miteinander zu verbinden, oder?

Karsten

Genau und der Effekt, warum wir das benutzen ist, dass es seit 30 Jahren das erste Mal ist, dass die Elektronik, die ich für Netzwerk brauche, kleiner geworden ist. Das erlaubt uns die Integration in den Sensor.

Warum ist die Integration in den Sensor fürs IoT wichtig? Was bedeutet nahtlose Sensor2Cloud-Integration? Warum ist das Thema jetzt wichtig?

Karsten

Ich nehme mal ein Beispiel aus dem normalen Leben. Wenn wir miteinander reden, reden wir direkt miteinander. Das ist eine nahtlose Kommunikation. Wenn ich aber in einer anderen Sprache rede, die ich nicht kann, da brauche ich immer einen Übersetzer. Das heißt, ich rede mit dem Übersetzer, der Übersetzer mit meinem eigentlichen Gesprächspartner. Dabei ist die Kommunikation von sich auch schwieriger und es kommen Missverständnisse zusammen. In der technischen Welt haben wir genau dieses Szenario sehr, sehr häufig. Das heißt, wir haben auf der einen Seite Rechner, IT-Systeme, die heute über HTTPS, MQTT, also die ganz normalen TCP/IP-Protokolle kommunizieren. Auf der anderen Seite haben wir die Feldebene, wo klassische, analoge Signale noch vielfach genutzt werden, also wo ich eigentlich einen E-Techniker brauche, der das Ganze versteht oder einen Automatisierungstechniker. Das sind zwei komplett unterschiedliche Welten. Komplett unterschiedliche Sprachen, komplett unterschiedliche Philosophien. Das macht diese Kommunikation vom IT-System ins Feld so schwierig und der Ansatz der nahtlosen Kommunikation oder unser Ansatz ist, dass auch der Sensor in die IT-Welt kommt und damit eine direkte Kommunikation möglich ist, die sehr viel einfacher herzustellen ist und besser funktioniert im Nachhinein.

[13:55] Herausforderungen, Potenziale und Status quo – So sieht der Use Case in der Praxis aus

Ich spreche jetzt hier im Podcast immer über konkrete Use Cases aus der Praxis. Jetzt ist euer Use Case ja eher, ich sag mal, ein technischer. Ihr seid gar nicht so eng an den geschäftlichen Use Cases dran, sondern bei euch dreht sich der Use Case erst mal um Konnektivität, die Datenanbindung und Integration. Eure Kunden, oder auch deren Endkunden, setzen dann wahrscheinlich verschiedene geschäftliche Anwendungsfälle um, die sich in die Richtung entwickeln, ich sage mal, der Königsdisziplin, wie Predictive Maintenance, Condition Monitoring, Asset Tracking und so weiter. Kann man das so verstehen?

Karsten

Genau. Wir sind ein Komponenten- oder Techniklieferant. Wir liefern einzelne Komponenten, und unsere Kunden sind oft Systemintegratoren oder Betreiber, die unsere Komponenten nutzen, um ihre Probleme zu lösen. Letzte Woche wollte ein Wäschereibetreiber wissen, wann welche Maschine läuft, um besser seinen Maschinenpark monitoren zu können. Das ist der klassische Kunde und betreibt mehrere Wäschereien. Heißt, er hat irgendwo ein Zentralsystem, ein IT-System, und der Kunde will die Daten dort haben. Von daher sind dann die Komponenten, die wir anbieten, für ihn sehr hilfreich, weil er die Daten direkt in die Cloud oder in seine IT-System spielen kann und dort auswerten kann. Dieser Gesamtprozess, an diese Daten zu kommen, der wird durch unsere Technik dann wesentlich vereinfacht.

Letztendlich dreht es sich immer auch um einen Business Case, respektive darum, bestimmte Zeit und Geld zu sparen durch diverse Technologien. Du hast von diesen Aufwänden und der Herausforderung gesprochen. Bleiben wir beim Sensorhersteller und dem IT-System, könntest du etwas erläutern, welche Art von Aufwänden für Sensorhersteller entstehen, mit denen ihr zusammenarbeitet? Sind das Inbetriebnahmeaufwände oder worum handelt es sich genau?

Karsten

Beim Sensorhersteller ist es hauptsächlich das Know-how und der Aufwand, diese Technik in den Sensor zu integrieren. Da leisten wir die Vorarbeit mit einem Modul, was relativ einfach zu integrieren ist. Die Nutzer der Sensoren, das sind dann entweder Systemintegratoren oder die für Betreiber von Anlagen arbeiten, die wollen möglichst schnell an die Daten rankommen. Dabei ergibt sich jedoch immer wieder das Problem, dass es x verschiedene Sensoren gibt und jeder Anlagenbetreiber andere Systeme zur Steuerung seiner Anlage verwendet. Diese müssen zusammengeführt werden. Und dies ist eigentlich das größte Problem, das den Aufwand verursacht, dass man sich genau anschauen muss, welche Signale der Sensor liefert und auf der anderen Seite, wie das IT-System angebunden werden muss. Genau diese Erfahrung haben wir damals bei Harting gemacht, dass in diesem Bereich die Hauptaufwände der IoT-Projekte entstanden sind.

Das heißt da steckt am Ende ja das Zeit und Geld drin. Das sind Engineering-Aufwände von den Operations-Menschen, die dort im Feld arbeiten und die Anbindung machen, aber auch von der IT. Am Ende ist das ein Engineering-Aufwand oder eine Kostenstelle, die da wahrscheinlich drauf läuft.

Karsten

Genau, meist sogar mehrere Kostenstellen, weil im klassischen Fall habe ich den Automatisierungstechniker, den Operator und dann noch jemand von der IT, den Administrator und dann irgendwann den Dataanalyst. Die müssen alle vier zusammenarbeiten, sich koordinieren. Da gibt es schöne Diskussionen. Sie verwenden dieselben Begriffe und meinen etwas komplett unterschiedliches, weil es natürlich komplett andere Welten sind. Das zu vereinfachen, das ist eigentlich unser Ziel.

Du hast es gerade als Systemintegrator bezeichnet, beziehungsweise auch auch Hersteller, das können vielleicht auch Maschinenbauer sein. Die verkaufen die Maschine und am Ende ist das Ziel irgendwo eine bestimmte Marge zu erreichen. Was ist nochmal der Business Case für den Maschinenbauer hier? Die nehmen eure Komponenten, bauen die in die Maschine ein und verkaufen sie weiter. Kannst du dazu noch was sagen?

Karsten

Es gibt hier unterschiedliche Maschinen. Es gibt einen speziellen Bereich, die klassische Maschinenautomatisierung, das ist nicht unser Bereich, wo ich die SPS an dieser Stelle habe oder PLC, die die Maschine steuert. Sondern unsere Technik ist immer dann gut, wenn eine übergeordnete Auswertung stattfinden muss. Zum Beispiel hat ein Kranhersteller seinen Kran nach Stunden vermietet hat, die er im Feld benutzt wurde. Dann war es wichtig für den Kranhersteller oder für den Vermieter, dass diese Betriebsstunden geloggt werden und natürlich an Zentralsystemen geschickt werden, sodass automatisch die Rechnung für den Kunden gestellt werden konnte, der gerade den Kran benutzt. Das sind dann diese Anwendungsfälle, die auch für Maschinenbauer oder Anlagenbauer an der Stelle interessant werden.

Das bedeutet, er berechnet sozusagen die Nutzung ab, sprich, die Daten sind im Endeffekt dann wahrscheinlich Betriebsdaten von diesem Kran. Diese Daten sind dann vermutlich über eine drahtgebundene Verbindung an euer Modul angeschlossen. Wie gestaltet sich der Weg bis zur Auswertung? Denn ihr liefert ja die Hardware und unterstützt bei der Integration durch eure Hardware. Kannst du nochmal erläutern, wie dieser Kranhersteller jetzt genau mit euch zusammenarbeitet?

Karsten

Der Kranhersteller hatte eine eigene Entwicklung, die im Prinzip als Systemintegration fungiert. Ob solche Probleme intern gelöst oder ein externer Systemintegrator beauftragt wird, entscheidet jeder Kunde selbst. Letztlich haben wir, obwohl es ein Kranhersteller ist, in dem Moment mit einem Systemintegrator kommuniziert. Das Problem dort war, dass am Kran mehrere Sensoren angebracht sind und die üblichen Systeme am Markt jeden Sensor beispielsweise drahtlos anbinden, weil die Daten ja schließlich übertragen werden müssen. Aber das Management dieses drahtlosen Systems war sehr aufwendig, und diese Aufwände wollten sie verringern. Es kam auch zu Ausfällen im Feld, die Wartungsaufwand nach sich zogen. Mit unserem System werden die Sensoren über Single Pair Ethernet verbunden und dann gibt es ein klassisches LTE-Gateway oder Mobilfunk-Gateway, das die Verbindung zur Cloud herstellt. Wie man zu Hause eine DSL-Box oder auch einen LTE-Gateway oder auch Glasfaser nutzen kann. Am Kran hätte man dann einen zentralen Internetzugangspunkt. Aber die Sensoren kommunizieren lokal sicher und stabil über das Netzwerk und dann gehen die Daten darüber in die Cloud. Der Kunde hat in diesem Fall unsere Komponenten genutzt, um die Sensoren, die Kabelspannung und dergleichen, zu verbinden, die Daten zu sammeln und in die Cloud zu senden. Der Kunde hat die Sensoren selbst ausgewählt, unsere Adapter konfiguriert, damit sie die Daten an die richtige Stelle senden, und hat alles am Kran montiert und wertet die Daten auch in der Cloud aus. Das heißt, der Systemintegrator befasst sich mit Bereichen, in denen wir keine Unterstützung bieten können. Wir verkaufen keine Sensoren, die sind in jedem Anwendungsbereich unterschiedlich. Ebenso wenig bieten wir eine Cloud-Plattform für die Verarbeitung an. Unser Haupt-Know-how ist es, Elektronik zu vertreiben, die den Zugriff auf die Daten erleichtert. Der Systemintegrator bringt das alles für den Kunden oder Betreiber einer Anlage zusammen, damit letztendlich der Business Case oder die Wertschöpfung für den Kunden sichergestellt wird.

Ohne euch wäre es im Endeffekt so, dass dieser Kranhersteller mit seinem Engineering Team sehr hohe Aufwände hätte. Was du vorhin ausgeführt hast, ist auch so ein Stück weit mit der Vergabe von IP-Adressen, Verkabelungsaufwände aber auch Engineering-Aufwände mit den Sensoren. Das ist das, was der sich am Ende spart mit euch.

Karsten

Genau, und hier zeichnen wir uns besonders dadurch aus, dass wir sehr konsequent vorgehen. Wenn man bedenkt, wie viele internetfähige Geräte es gibt, wie viele Sensoren, dann ist die Anzahl der Sensoren und Aktoren weitaus größer. Viele Produkte kommen auf den Markt und funktionieren zwar, aber es ist so, dass ein Sensor auch eine IP-Adresse besitzt, ähnlich wie ein Router. Bei einem Router ist es legitim, dass ich hingehe und einmalig eine IP-Adresse vergebe und mich darum kümmere. Wenn ich aber 100 Sensoren im Feld habe und das 100-mal machen muss, dann steigere ich damit unnötigerweise den Aufwand. Tatsächlich ist es so, dass viele Dinge eingeprägt sind, wie eine Busadresse zu vergeben, eine IP-Adresse zu vergeben. Das ist in den Köpfen drin, ist aber nicht notwendig. Wir konzentrieren uns genau auf diesen Aspekt, unnötige Aufwände gar nicht erst entstehen zu lassen. Man könnte dies auch als Autokonfiguration der Geräte bezeichnen. Also, ich montiere sie und kann direkt mit diesen Geräten arbeiten und muss nur die notwendigen Konfigurationen vornehmen, wie beispielsweise dem Sensor zu sagen: OK, du überwachst den Ausschalter des Krans.

Ja, genau. Und das ist tatsächlich sehr interessant, was du erwähnst, denn es repräsentiert ja auch einen kulturellen Wandel, mal zu sagen: Hey, ihr habt diese Aufwände eigentlich gar nicht. Weil das ist ja genau das, was eingelernt wurde, weil man es eben seit Jahren so macht, wie es schon immer gemacht wurde – das ist immer der Klassiker. Nun zu sagen: Lasst uns das neu denken. Es gibt ein System, das diesen Aufwand einspart, was letztendlich ja bares Geld bedeutet.

[23:32] Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien

Wir hatten drüber gesprochen, ihr habt verschiedene Produkte. Ihr nennt das Kommunikationsmodul periCORE. periNODE nennt ihr euren smarten Adapter. Es ist dann so eine Smart Component, was eigentlich so ein kleiner Verbinder ist sozusagen. Wenn ich jetzt starten will, wie mache ich das? Also hängt das vom Use Case ab, wie ich mir die Komponenten dann zusammenstecke? Kannst du mal erklären, wie geht dir da vor mit dem Kunden, wenn jetzt zum Beispiel der nächste Kranhersteller kommt und sagt, hey, ich habe hier einen anderen Case?

Karsten

Genau. Da es sich um eine neue Technologie handelt, bieten wir Starterkits an, die bereits vollständig konfiguriert beim Kunden ankommen, damit der Kunde mit dem System erste Erfahrungen sammeln kann. Also erst einmal zu sehen: Wie stellen wir uns dieses System eigentlich vor? Wie kommuniziert nun der Sensor mit der Software? Denn das ist in der Tat etwas völlig Neues. Früher waren Sensoren passiv und wurden abgefragt, und jetzt habe ich Sensoren, die ja Rechner sind und selbst aktiv werden können; sie können sich selbst melden, wenn der betreffende Schalter ausgelöst wird. Im klassischen Bussystem habe ich immer einen Busmaster, der jeden Sensor abfragt: Ist etwas passiert? Und in diesem Fall kann die Kommunikation komplett umgekehrt werden, das heißt, der Sensor kann die Kommunikation initiieren, wenn etwas passiert, und das sind wirklich völlig neue Ansätze und erfordern ein Umdenken. Deshalb verfolgen wir den Ansatz mit Starterkits, mit denen der Kunde erste Erfahrungen mit dem Produkt und dem System sammelt, und dann geht es tatsächlich dahin, dass der Kunde sagt: Ja, ich habe den Überwachungspunkt, dort brauche ich einen Sensor, und dort und dort; in diesem System will ich das überwachen. Und dann kann der Kunde sich das beliebig zusammenstellen. Das ist auch ein großer Vorteil. Wenn ich im Netzwerk arbeite und einen weiteren Sensor benötige, stecke ich einfach einen weiteren Sensor ins Netzwerk. Im klassischen Bussystem muss ich dann wieder überlegen, welche Busadressen ich vergeben muss, einlernen und all diese Dinge tun. Hier ist man wirklich sehr schnell und einfach fertig, was es dann auch für den Kunden leicht macht, weil sie einfach und unkompliziert starten können. Also typischerweise sagen sie: Wir wollen dies und das überwachen. Und dann beginnt man tatsächlich mit einem oder zwei Sensoren und setzt das Gesamtsystem erst einmal auf. Und dann fügt man nach und nach weitere Sensoren hinzu, was den weiteren Vorteil für den Kunden hat, dass die Projekte kleiner und handhabbarer werden.

 

Ich möchte jetzt nicht zu sehr in die technischen Details gehen, aber schaut gerne mal auf perinet.io vorbei. Ich bin gerade auf eurer Webseite und dort sieht man auch die Starter-Kits, die eben aus ganz unterschiedlichen Komponenten zusammengesetzt sind, wie du es eben beschrieben hast. Wir haben am Anfang über die Integration von diesen Daten und von den Sensordaten auch in die Cloud gesprochen. Da würde ich jetzt gerne so ein bisschen den Kreis schließen, wie das funktioniert. Wie erfolgt denn jetzt zum Beispiel die Datenintegration, wenn euer Kranhersteller die Stunden pro Nutzung auch in seinen verschiedenen IT-Systemen haben möchte, weil er dafür eine Auswertung fahren muss oder das irgendwie weitergeben muss. Wie läuft diese Integration der Sensordaten?

Karsten

Es ist so, dass der Sensor, oder jetzt mit unserer Elektronik, die Daten bereits passend aufbereiten kann und diese in Datenformaten schickt, die ein normaler Rechner verarbeiten kann. Typischerweise wird das durch den Kunden vorgegeben, da diese bereits ERP-Systeme oder andere Systeme am Laufen haben oder IoT-Plattformen nutzen, was auch sehr beliebt ist. Diese unterstützen zum Beispiel durchgängig das Protokoll MQTT und können JSON-Daten verarbeiten. Genau das ist es, was vom Sensor kommt. Diese ganze Datenaufbereitung erfolgt im Sensor und er sendet die Daten einfach an einen Rechner im Netzwerk. Der Systemintegrator muss jetzt nur entscheiden, wie der Netzwerkaufbau sinnvoll ist. Ich habe den MQTT-Broker, setze ich diesen lokal auf einem Edge-Computer ein oder lasse ich die Daten direkt in die Cloud an einen MQTT-Broker schicken, der in der Cloud ist? Er muss nur die Netzwerktechnik dafür bereitstellen, aber das ist das, was wir täglich machen. Also jeder von uns benutzt zum Beispiel den WLAN-Access-Point, verbindet sich mit seinem Laptop. Und im Endeffekt ist das nichts anderes. Ich muss mich einfach an das lokale Netzwerk anschließen und kann dann natürlich mit dem Internet kommunizieren.

Kooperiert ihr eigentlich auch mit IoT-Partnern in diesem Bereich? Ich weiß nicht, ob so große Hyperscaler vielleicht zu viel des Guten wären, aber habt ihr Partner, die euch dabei unterstützen? Denn an einer Stelle, und das hast du ja erwähnt, sind die Datenformate bereits ready to use. Aber was dann mit diesen Daten gemacht wird, das entscheiden die Kunden in ihren eigenen Systemen. Habt ihr dafür auch Partner, oder wie läuft das ab?

Karsten

Genau, also wir vereinfachen den Zugriff auf die Daten sehr stark. Mit der Datenauswertung selbst haben wir nichts zu tun; das übernehmen tatsächlich unsere Partner. Wir haben Softwarepartner, die Cloud-Plattformen betreiben, Online-SCADA, Online-SPS-Systeme und Ähnliches anbieten und dann die Systemintegratoren. Aber es ist so, dass jeder Kunde ein anderes System hat und ein anderes Problem zu lösen hat. Daher sind wir auch tatsächlich auf der Suche nach weiteren Systemintegratoren, die mit unserem System arbeiten. Erstaunlicherweise ist es so, dass wir hier in Deutschland verhältnismäßig wenige Partner haben, aber gerade im europäischen Ausland haben wir mittlerweile sehr viele Partner.

Sehr cool. Also, hier ist der Aufruf: Wenn ihr Systemintegratoren seid oder ihr zugehört habt und sagt, das sind Projekte, die wir kennen und an denen wir interessiert sind, und wenn einfacher Zugriff auf die Daten ein Thema für euch ist, dann würde ich sagen, sprecht miteinander. Karsten, du bist ja auch bei uns im IoT-Partnernetzwerk vertreten, aber ich habe auch deine Kontakte in den Shownotes verlinkt. Schaut also gerne dort nach und nehmt Kontakt auf. Ich glaube, man kann dich auch gut bei LinkedIn finden. Das ist sehr wertvoll, um euer Ökosystem zu erweitern und gemeinsam von diesen spannenden Themen zu lernen. Ja, und vielleicht als letzten Aufruf für heute: Ihr seid auch auf einigen Messen unterwegs, da kommt noch einiges, was ihr vorstellen werdet. Ich würde euch sehr gerne selbst besuchen, also einfach mal an eurem Stand vorbeischauen. Wo kann man euch denn erreichen? Wo muss ich hinkommen?

Karsten

Die nächste große Messe ist die Light + Building und dort zeigen wir auch tatsächlich ein neuartiges Konzept zur Gebäudeverkabelung, also eine One-Cable-Solution, wie man mit einem Kabel alle Geräte anbinden kann. Also zum Beispiel Lüftungssteuerungsgeräte oder Lüfterklappen oder Pumpen, also Warmwasserpumpen und so weiter. Da haben wir auch sehr viele Partner gewonnen, die das mit uns präsentieren, andere Firmen, andere Gerätehersteller. Dann sind wir auch auf der Hannover Messe und dort ist ein besonderer Teil, nochmal darzustellen, was macht eigentlich einen intelligenten Sensor aus und dort zeigen wir zum Beispiel, wie die Sensoren selbstständig miteinander interagieren.

Vielen Dank für die Vorstellung bei der Hannover Messe. Auch noch einmal wichtig: Wenn ihr diese Folge hört und es ist jetzt noch vor April, dann schaut mal in eure Kalender am Dienstag, den 23. April. Um 17 Uhr findet auch ein großes IoT-Meet-Up statt, das von der Hannover Messe gesponsert wird. Wir machen das gemeinsam. Ich denke, Karsten, du bist bestimmt auch da, oder jemand aus deinem Team. Schaut einfach bei Perinet auf der Hannover Messe am Stand vorbei. Sonst könnt ihr euch auch einfach bei LinkedIn vernetzen. Das ist dann auch der einfache und schnelle Weg. Von meiner Seite aus, Karsten, vielen Dank für diese spannende Session heute. Es ist immer mega cool, die OT mit der IT zusammenzubringen und auch zu verstehen, wie man mit euch den Zugriff auf die Daten sehr einfach gestalten kann. Man hat sehr schön verstanden, welche Hardware und Module man einsetzen kann und wie das Ganze funktioniert. Du hast einige sehr wertvolle Einblicke gegeben, die man so nicht bekommt, wie zum Beispiel ein Rechner mit einem Feldgerät spricht und wie dabei die Übersetzung wichtig ist. Am Ende steht ein konkreter Business-Mehrwert, der Zeit und Geld spart. Deshalb ist es auch wichtig, das weiter zu verbreiten. Ich glaube, deshalb sprechen wir heute auch darüber. Herzlichen Dank von meiner Seite aus. Das letzte Wort übergebe ich dir für heute.

Karsten

Ja, Madeleine, vielen Dank auch für diese nette Diskussion oder auch das Gespräch. Ich glaube, das ist genau das, was auch euer Format hier so wertvoll macht. Es sind komplexe Dinge, wenn man die versucht zu erklären, also in unserem Fall, ist es halt immer so: Man weiß ja nicht, wer zuhört. Gerade so eine Formate wie eures hier finde ich sehr, sehr wertvoll, weil es halt wirklich eine neue Technik ist und im Gespräch, man kann dem, glaube ich, viel, viel besser folgen und verstehen. Also auch die Fragen, die du gestellt hast, sehr, sehr schön, weil wir damit natürlich in eine verständliche Richtung reinkommen.

Sehr schön. Ja, vielen Dank für die Blumen an der Stelle. Ich freue mich immer sehr, wenn das Feedback kommt. Ich habe zwar letztes Wort gesagt, deswegen halte ich mich jetzt kurz und wünsche dir noch eine schöne Restwoche. Mach’s gut, Karsten, und wir hören uns ganz bald. Ciao.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

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Ing. Madeleine Mickeleit

Host & Geschäftsführerin
IoT Use Case Podcast