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WISAG & ICONICS: So wird Gebäudemanagement mit IoT modular und flexibel

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IoT Use Case Podcast 181 – ICONICS

In Episode 181 des IoT Use Case Podcasts spricht Gastgeberin Ing. Madeleine Mickeleit mit Markus Paluszkiewicz, Produktmanager bei der WISAG Automatisierungstechnik, und André Lange, Managing Director DACH bei ICONICS. Im Fokus: Gebäudeautomation im Wandel – von energieeffizientem Betrieb über ESG-Reporting bis zu neuen digitalen Geschäftsmodellen. Die beiden zeigen, wie WISAG als Systemintegrator unterschiedlichste Gebäude vernetzt – vom Industrieareal über Krankenhäuser bis hin zum Pinguingehege – und wie ICONICS mit seiner IoT- und SCADA-Plattform GENESIS64 als technologisches Fundament dient. Ein Gespräch über Markttrends, Partnerschaften und konkrete Projekte, die Kosten senken, Sicherheit erhöhen und neue Services ermöglichen.

 

Podcast Zusammenfassung

Wie lassen sich komplexe Gebäude – vom kritischen Industriebereich bis zum Zoo – effizient, nachhaltig und sicher betreiben? WISAG Automatisierungstechnik und ICONICS geben in dieser Folge praxisnahe Einblicke.

Die Herausforderung: Unterschiedlichste Kundengruppen müssen gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz und ESG-Reporting erfüllen, gleichzeitig Kosten senken und Komfort sichern – bei wachsender Komplexität durch neue Technologien, Sicherheitsanforderungen und heterogene Bestandsanlagen.

Die Lösung: WISAG setzt als Systemintegrator auf die Plattform GENESIS64 von ICONICS (unter eigener Wortmarke INSCONTROL 5.0). Diese bietet universelle Konnektivität zu 98 % aller gängigen Geräte und Protokolle (u. a. BACnet, OPC, KNX), Low-Code-/No-Code-Konfiguration und flexible Module für Visualisierung, Historisierung, Business Intelligence und mehr. Projekte reichen vom Retrofit veralteter Software über Kälteverbundlösungen mit bis zu 90 % Energieeinsparung bis zur Vernetzung von LoRaWAN-Sensoren für Spezialanwendungen wie Pinguin-Gehege.

Das Ergebnis: Energie- und Wartungskosten lassen sich signifikant reduzieren – belegt etwa durch Referenzprojekte wie den Microsoft Campus mit 100 Mio. US-Dollar Einsparung in zehn Jahren. Gleichzeitig schafft die Plattform die Basis für neue digitale Geschäftsmodelle wie Regelungsgütemonitoring.

Für Entscheider in Facility Management, Industrie und kritischer Infrastruktur liefert diese Folge konkrete Use Cases und Strategien, wie IoT-Technologie und Gebäudeautomation echten Business-Mehrwert erzeugen.

👉 Jetzt reinhören und Inspiration für eigene Projekte holen.

Podcast Interview

In der heutigen Folge ist die WISAG Automatisierungstechnik mit dabei, eine spezialisierte Einheit innerhalb der WISAG Gruppe. Die Branche ist hier Gebäudeservices. Wir sprechen über aktuelle Marktveränderungen und neue Anforderungen, mit denen Facility-Dienstleister heute konfrontiert sind. Wir klären Fragen wie: Welche Use Cases setzen sie um, welche digitalen Projekte gehen sie an, wie funktioniert die technologische Umsetzung von der Integration bis zum Betrieb und welche Rolle spielt das Thema Partnerschaft. Dafür habe ich mir zwei Experten aus der Praxis eingeladen: Markus Paluszkiewicz, Produktmanager bei WISAG Automatisierungstechnik, und André Lange, Managing Director DACH bei ICONICS. Die waren schon einmal im Podcast zu Gast, einige werden sie daher kennen. ICONICS ist Technologiepartner dieser Folge. Freut euch auf spannende Einblicke und Best Practices. Und was das Ganze mit Pinguinen zu tun hat, erfahrt ihr gleich.
Alle Infos zur Umsetzung findet ihr wie immer unter www.iotusecase.com oder in den Show Notes. Jetzt aber viel Spaß mit dieser Folge.

Hallo Markus und hallo André.

André

Hallo.

Markus, ich fang mal mit dir an. Wie geht es dir heute und wo erreiche ich dich gerade?

Markus

Hi Madeleine, mir geht es wunderbar. Heute bin ich im Homeoffice, damit ich die volle Bandbreite für euch zur Verfügung habe. Im Büro wird mir da immer etwas abgezwackt. Ich darf gerade in meinen Garten schauen und freue mich auf das Wochenende, das fast vor der Tür steht.

Fantastisch. Wenn du sagst, in den Garten schauen, dann bist du ja im Homeoffice. Wo sitzt du sonst, wenn du ins Büro fährst und mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitest?

Markus

Unsere Niederlassung ist in Bochum, direkt in Bochum-Gerthe, also zentral im Ruhrgebiet. Ich wohne nur wenige Kilometer entfernt in Herne, vielleicht Namen, die man schon einmal gehört hat. Bochum kennt man vom Fußball.

Bochum kennt man. Schöne Grüße an alle, die aus der Region zuhören, und natürlich auch an alle anderen, die gerade reinhören. André, wie geht es dir heute und wo erreiche ich dich gerade?

André

Mir geht es super. Du erreichst mich in Sankt Augustin, das liegt in der Nähe des Kölner Flughafens und gehört zum Einzugsgebiet Köln-Bonn.

Sehr schön, vielleicht sprechen wir heute sogar noch einmal über den Flughafen. Wer weiß. Markus, du bist Produktmanager bei der WISAG Automatisierungstechnik und hast mittlerweile über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Gebäudeautomation. Du hast ursprünglich Maschinenbau studiert, wenn ich mich richtig erinnere, und hast Projekte von der Abwicklung über SCADA-Systeme bis hin zur Produktentwicklung begleitet. Außerdem hast du eine eigene Digitalisierungslösung mit aufgebaut, über die wir heute vielleicht auch sprechen. Meine Einstiegsfrage an dich: Gibt es für dich einen Gamechanger, bei dem sich gezeigt hat, dass IoT im Gebäude nicht nur ein nettes Marketing-Buzzword ist, sondern ein echter Effizienzhebel? Hast du da in den letzten Jahren etwas erlebt?

Markus

Einmal kurz korrigiert: Ich habe nicht studiert, ich bin staatlich geprüfter Techniker. Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken. Nicht dass meine Kolleginnen und Kollegen denken, ich sei gerade irgendwo aufgestiegen. Zum Gamechanger: Gebäude verändern sich von außen nicht unbedingt, sie wirken vielleicht moderner und optisch ansprechender. Interessant ist die Technik im Inneren. Sie wird immer moderner. Das zu vernetzen und zu kombinieren ist der Gamechanger, neben den anderen Markttrends. Dazu kommen Anforderungen wie Security und vieles mehr.

Sehr gut. Ich denke an die Kombination der Technik und an neue Kundenanforderungen, dazu komme ich gleich. André, zu dir kurz: Du bist Managing Director DACH bei ICONICS, seit fast zwei Jahrzehnten in führender Position im Bereich Industrial IoT unterwegs, nicht nur im Smart Building, sondern auch in der Automatisierung. Du bringst internationale Vertriebserfahrung und vieles mehr mit. Du warst sogar im Beirat der OPC Foundation aktiv, richtig?

André

Das ist korrekt. Ich kann auf viele Jahre zurückblicken. Ich habe vorhin noch einmal nachgezählt. Irgendwann verliert man den Überblick, wie lang das eigentlich ist. Du hast recht, ich bin im zwanzigsten Jahr bei ICONICS, insgesamt seit 26 Jahren im Softwarebereich und acht Jahre davor im klassischen Automatisierungsbereich, in dem Hardware und Software gemeinsam ein Thema waren. Davor habe ich Elektrotechnik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik studiert. Ich war im Beirat der OPC Foundation, das ergab sich auch, weil ICONICS Mitglied und sogar Gründungsmitglied der OPC Foundation ist.

Vielleicht auch wichtig zu erwähnen, ein Shout-out an Stefan Hoppe, falls er mal reinhört, oder an alle von der Foundation. Das Thema Standards ist sehr wichtig, vielleicht kommen wir heute noch darauf. Da du so viel Erfahrung mitbringst, interessiert mich, welche zentralen Entwicklungen oder Anforderungen du in den letzten Jahren besonders wahrgenommen hast, gerade im DACH-Raum. Sind es die Punkte, die Markus angesprochen hat – Technik kombinieren und mit neuen Anforderungen umgehen – oder gibt es noch andere Entwicklungen, die Firmen wirklich beschäftigen?

André

Die Anforderungen haben sich im Laufe der Zeit etwas verändert, aber nur wenig. Grundsätzlich gibt es immer die Anforderung, Kosten zu reduzieren. Das ist gerade im Gebäudebereich, sowohl im Bestand als auch im Neubau, eines der wichtigsten Themen, unabhängig davon, wie es umgesetzt wird. Neu hinzugekommen sind Themen wie Cloud und künstliche Intelligenz. Diese betrachten wir heute nicht im Schwerpunkt, aber sie sind in den letzten Jahren als Trendthemen deutlich stärker geworden.

Haben heute eigentlich schon alle Gebäudebetreiber eine eigene Cloud oder zumindest eine eigene IoT-Plattform? Hast du eine Einschätzung, wie viele Prozent der Firmen das heute schon nutzen?

André

Aus meiner Erfahrung ist die Gebäudebranche sehr konservativ, was die Cloud-Nutzung angeht. Wir betreuen allerdings große internationale Unternehmen, darunter auch Automobilkonzerne, die ihre Gebäudeapplikationen inzwischen in die Cloud verlagert haben. Das ist erst in den letzten zwölf Monaten passiert. Die Idee ist, vor Ort Infrastruktur einzusparen und IT-Kosten zu senken. Dabei wird nicht die Steuerung vor Ort, sondern die reine Software in die Cloud verschoben. Das Thema kommt jetzt in Bewegung. Kleinere Unternehmen und Betreiber kommerzieller Gebäude tun sich damit noch schwer. Eigene Cloud-Umgebungen sehe ich selten – meist werden hier große Hyperscaler genutzt.

Spannend. Für alle, die sich für den Automotive-Bereich interessieren, es gibt auch eine Folge mit ICONICS, das ist die Folge 110. Dort ist die IT-Leiterin von Continental, beziehungsweise ContiTech, zu Gast. Sehr hörenswert, also gern schon mal vormerken. Jetzt geht es aber um euch, WISAG. Ihr seid der größte Dienstleister für Immobilien, Industriegebäude, Flughäfen und vieles mehr, mit über 50.000 Mitarbeitenden europaweit in der Gruppe. Ihr bietet keine Standardprodukte, sondern maßgeschneiderte Lösungen und vor allem Dienstleistungen. Markus, kannst du uns mitnehmen, welche Rolle eure Gebäudeautomations-Unit spielt und was das mit IoT zu tun hat?

Markus

Die WISAG ist ein Dienstleister, und das muss man im Herzen tragen: Dienst am Kunden leisten. Wir wollen den Kunden von seinen Sekundärprozessen befreien und ihn dort unterstützen. Spannend ist die Schnittmenge: Auf der einen Seite erbringen wir Dienstleistungen, auf der anderen Seite bringen wir Technik ein, gerade in der Gebäudeautomation. Das macht es besonders interessant. Wir vernetzen Systeme und optimieren kontinuierlich. Das ist für mich die Verbindung zwischen IoT, typischen Gebäuden und Dienstleistungen – eine spannende Mischung, die tolle Leute und Spezialisten braucht.

Wenn du von Dienstleistungen sprichst, kannst du ein Beispiel nennen? Was macht ihr zum Beispiel für einen Flughafenbetreiber oder andere Kunden?

Markus

Bei den 50.000 Beschäftigten kenne ich mich in vielen Bereichen der WISAG nicht im Detail aus. Wir erbringen unzählige Dienstleistungen, die hier den Rahmen sprengen würden. Am Flughafen, um dein Beispiel aufzugreifen: Wir fliegen natürlich nicht selbst, sondern übernehmen Dienstleistungen rund um die Flugzeuge. Dazu gehört zum Beispiel die Enteisung, die Reinigung der Gebäude und die gesamte Logistik, damit das Gepäck dort ankommt, wo es hingehört. Flughäfen sind ein Beispiel, wir betreiben aber auch Gebäude in vielen anderen Bereichen des Facility Managements. Das ist unser Kerngeschäft, ebenso wie die Unterstützung von Industriekunden bei ihren Sekundärprozessen. Ich selbst bin in der Gebäudeautomation tätig. Wir sind eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der WISAG, agieren überregional in Deutschland mit rund 200 Mitarbeitenden und machen seit 40 Jahren Gebäudeautomation – also alles, was an Technik rund um ein Gebäude passiert.

Nur, weil ich es gerade im Kopf habe: Wenn ich das nächste Mal im Flieger sitze und es schneit, dann gibt es bei der WISAG tatsächlich eine Einheit, die sich ausschließlich um die Enteisung der Flugzeuge kümmert, damit man schnell starten kann. Damit hast du aber nichts zu tun, richtig? Eure Einheit ist die Gebäudeautomation. Hat die einen eigenen Namen?

Markus

Genau, so ist es. Wir sind die Automatisierungstechnik. Die WISAG besteht aus vielen Einzelgesellschaften, und wir gehören zum Industriebereich. Das hat historische Gründe.

Um es konkret zu verstehen: Hast du auch ein Beispiel aus der Gebäudewelt, welche Dienstleistungen ihr dort erbringt? Gerne ein konkretes Beispiel.

Markus

Wir haben zwei grobe Bereiche. Der eine ist der Anlagenbau, das heißt, wir errichten gemeinsam mit anderen Unternehmen neue Gebäude auf der grünen Wiese. Der andere ist die Instandsetzung bestehender Gebäude – dort wird modernisiert und optimiert, oft mit dem Ziel, Kosten zu senken, wie André schon angesprochen hat. Wir sind hier breit aufgestellt: Gewerbeimmobilien, Industrieunternehmen, Krankenhäuser, Kraftwerke, Museen und auch Tierparks zählen zu unseren Kunden. Wenn mich zu Hause jemand fragt, was ich gemacht habe, kann ich zum Beispiel sagen: Den Pinguinen geht es gut. In einem Zoo steuern und regeln wir den Pinguinbereich. Das ist eine Herausforderung, weil es keine typische Gebäudeautomation ist. Am Ende geht es aber um das Gleiche – um Komfort. Die Pinguine müssen bestmögliche Bedingungen haben, und das mit minimalem Energieeinsatz, um Kosten zu sparen. Sehr spannend, eine ganz andere Kundengruppe.

Interessant, das zeigt auch die Vielfalt und Komplexität der Gebäude, in denen ihr arbeitet – vom Gehege über Krankenhäuser bis hin zu anderen Projekten. Sehr spannend und ein cooles Beispiel.

Markus

Die meisten wissen gar nicht, dass jedes Gebäude individuell ist. Von außen sehen viele ähnlich aus, aber kein Gebäude ist gleich, keine Anlagentechnik ist identisch. Genau das macht den Job so abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere, kein Projekt ist gleich. Das ist zwar herausfordernd, aber gleichzeitig eine hohe Motivation, sich immer wieder auf neue Kundenanforderungen einzustellen. Das macht uns bei der WISAG Spaß.

Und noch einmal zu den Pinguinen: Ist das auch ein klassisches IoT-Projekt? Ihr vernetzt ja nicht die Tiere selbst, sondern das Gebäude. Nutzt ihr dafür Geräte oder Sensoren, die ihr miteinander verbindet? Ist das für euch ein typisches IoT-Thema oder fällt das in einen anderen Bereich?

Markus

Das gehört natürlich dazu. Meine Kollegen installieren die Aktoren und Sensorik, verkabeln, bauen Schaltschränke ein und nehmen das Ganze in Betrieb. Das sind typische Aufgaben, sowohl im Neubau als auch bei Instandsetzungen im Bestand. Genau diese Vernetzung passiert heute verstärkt. Früher ging es vor allem um Heizungs- und Lüftungsanlagen, heute kommen immer mehr moderne Techniken wie zum Beispiel LoRaWAN zum Einsatz. Das ist genau die Art von Vernetzung, die hier umgesetzt wird.

Wie kommt ihr mit ICONICS zusammen? Habt ihr euch schon vorher gekannt oder wie entstand die Partnerschaft?

André

Gerne. ICONICS hat ein Geschäftsmodell, das auf Partnern basiert – neudeutsch nennt man das ein Ecosystem, das wir über die letzten 40 Jahre aufgebaut haben. Dazu gehören vor allem Systemintegratoren, aber auch OEMs, Value Added Reseller und Distributoren. Wir sind ein klassischer Softwarehersteller und führen selbst keine Projekte durch. Irgendjemand muss die Software schließlich beim Kunden vor Ort in der Applikation umsetzen. Deshalb sind wir auf Partner angewiesen, die das erfolgreich umsetzen, mit unserer Unterstützung, wenn nötig. So sind wir vor etwa drei bis vier Jahren mit der WISAG in Kontakt gekommen. Nach einer Evaluierungsphase hat sich gezeigt, dass wir der richtige Partner sind, und es wurde ein erstes Pilotprojekt umgesetzt.

Man muss vielleicht noch sagen, ihr von ICONICS seid Teil von Mitsubishi Electric und habt jetzt auch einen neuen Namen. Ich glaube, er lautet Mitsubishi Electric ICONICS Digital Solutions, richtig?

André

Ja, das ist korrekt – ein echter Zungenbrecher. Stell dir vor, jemand nimmt im Büro das Telefon ab und meldet sich damit, da ist das Gespräch schon lang, bevor es richtig losgeht. Wir sind weiterhin ICONICS, haben die Namensänderung aber jetzt vollzogen. Nach fünf Jahren im Konzern von Mitsubishi Electric durften wir den Namen annehmen, und das ist bei japanischen Konzernen eine Ehre, die nicht viele akquirierte Unternehmen erhalten – schon gar nicht so schnell. Offiziell heißen wir nun Mitsubishi Electric ICONICS Digital Solutions, abgekürzt MIDES. Für die Kunden ändert sich nichts: Die Website bleibt iconics.com, die E-Mail-Adressen ebenso. Es ist im Wesentlichen ein Branding-Update, das unsere Zugehörigkeit zur Mitsubishi Electric Gruppe jetzt auch nach außen deutlich macht. Wir profitieren natürlich davon, eine finanzstarke Mutter im Hintergrund zu haben, die unsere Produktentwicklung und Roadmap unterstützt.

Herzlichen Glückwunsch dazu, ich überreiche dir virtuell Blumen. Es ist, wie du sagst, eine Ehre, Teil davon zu sein. Trotzdem eine kritische Frage: Ich denke dabei sofort an Hardware. In Gebäuden sind ja nicht nur Mitsubishi-Komponenten verbaut. Bindet ihr trotzdem alle möglichen Geräte ein? Gerade eben kamen Aktoren, Sensoren, Schaltschränke ins Gespräch, die über LoRaWAN oder andere Connectivity angebunden werden. Seid ihr da frei?

André

Das ist eine berechtigte Frage, die uns Kunden oft stellen – ob wir uns jetzt nur noch mit Mitsubishi-Komponenten verbinden können. Natürlich nicht. Wir waren in den letzten 35 Jahren unabhängig und mussten uns mit jeglicher Hardware verbinden können, egal welcher Hersteller. Wir sind da agnostisch unterwegs. Wir nennen das universelle Konnektivität. Basierend auf vorhandenen Standards können wir uns an 98 Prozent aller Geräte direkt anbinden. Für die restlichen zwei Prozent finden wir ebenfalls Lösungen, um Daten zu lesen und zu schreiben – in beide Richtungen. Natürlich entwickeln wir auch tiefere Software-Integrationen für Mitsubishi-Geräte. Jeder kennt zum Beispiel die Klimaanlagen von Mitsubishi, die wir zukünftig ebenfalls direkt einbinden. Im Shopfloor-Bereich gibt es außerdem Roboter, SPSen und viele andere Geräte von Mitsubishi, die schon heute oder in Zukunft direkt in unsere Softwaresysteme integriert werden können.

Sehr schön, danke, dass du das noch einmal klargestellt hast. Das ist sicher für viele Kunden wichtig, gerade weil oft eine große Zahl unterschiedlicher Geräte eingebunden werden muss. Kommen wir zu einem gemeinsamen Projekt. Ich möchte gern verstehen, was ihr konkret umgesetzt habt, natürlich im IoT-Kontext. Markus, vielleicht ist das eine Frage an dich: Ihr seid als Dienstleister unterwegs. Steckt ihr aktuell auch in einem Wandel mit neuen Kundenanforderungen? Kannst du uns erklären, was genau euer Projekt war und was die typische Herausforderung oder, wie man im Englischen sagt, das Problem Statement war, das ihr lösen wolltet?

Markus

Sehr gern. Wir sprechen bei uns nicht von einem einzelnen Projekt, sondern von vielen Projekten mit unterschiedlichen Kunden. Wir sind ein Systemintegrator, der sowohl eigene Produkte bei Bestandskunden einsetzt als auch Produkte anderer Hersteller. Ob digitale Eingänge, Sensorik oder Aktorik – das ist heute für uns gar nicht mehr der entscheidende Punkt. Wichtig ist, wie wir diese Komponenten zusammenbringen, programmieren und parametrieren. Das machen wir für viele Kundengruppen, etwa Krankenhäuser oder Industrieunternehmen.
Diese Kunden haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Ein klarer Treiber ist aktuell das Gebäudeenergiegesetz. Damit verbunden sind die Themen Nachhaltigkeit und die europäischen Klimaneutralitätsziele. Alle Unternehmen tragen hier ihren Teil bei, und das ist derzeit ein starker Markttreiber. Natürlich geht es auch darum, Kosten zu senken und Anforderungen im ESG-Reporting zu erfüllen. Viele Kunden investieren derzeit genau in diese Themen.
Es geht außerdem um Komfortverbesserungen – nicht nur für die Pinguine, sondern vor allem für die Mitarbeitenden. Für viele unserer Kunden sind die Mitarbeitenden der größte Wert, und sie sollen unter den bestmöglichen Bedingungen arbeiten können.
Technisch gesehen muss das Ganze sicher sein. Cyberangriffe liest man fast täglich in den Nachrichten. Abgekündigte Software oder Hardware stellen ein Risiko dar. Das alles im laufenden Betrieb abzusichern, ist eine Herausforderung. Besonders Kunden in der kritischen Infrastruktur haben hier strenge Anforderungen und investieren gezielt, um Schwachstellen zu vermeiden. Gleichzeitig muss der Komfort gewährleistet bleiben. Es gibt also viele Rahmenthemen, die ineinandergreifen.

Wenn wir bei dem Thema ESG-Reporting bleiben – hast du ein konkretes Beispiel, was Kunden hier genau tun? Du hast gesagt, sie investieren. Bedeutet das, sie schaffen digitale Schnittstellen, um ESG-Reportings abrufen zu können? Was fordern oder machen eure Kunden da konkret, wenn wir bei diesem Beispielprojekt bleiben?

Markus

Das ESG-Reporting steht am Ende einer ganzen Kette. Zunächst geht es darum, die technischen Anlagen so energieeffizient wie möglich zu betreiben. Dann müssen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Hinzu kommt, dass viele Gebäude nicht dem Betreiber selbst gehören, sondern oft Immobilienfonds, die sie vermieten. Für diese ist es umso lukrativer, wenn das Gebäude eine gute Nachhaltigkeitszertifizierung hat. Beispiele sind BREEAM, LEED oder DGNB. Ziel ist es, dass ein Gebäude einen hohen Standard im Nachhaltigkeitsbericht erreicht. Manche Kunden setzen auch auf die ISO-50001-Zertifizierung, um Energiemanagementprozesse nachzuweisen. Hier ist es ein Vorteil, dass ICONICS mit der Software GENESIS ein umfangreiches Repertoire bietet, das sich für diese Zwecke optimal nutzen lässt.

[20:10] Herausforderungen, Potenziale und Status quo – So sieht der Use Case in der Praxis aus

André, an dich die Frage: Am Ende ist es immer ein Investment in Technologie, in ein Projekt und auch in einen bestimmten Software-Stack. Habt ihr Einblicke in Return-on-Investment-Berechnungen oder Business Cases, aus denen der Bedarf hervorgeht? Auf der Ebene würde ich gern konkreter werden – zum Beispiel bei der Energieeffizienz einer Anlage. Kann man mit eurer Software einen ROI kalkulieren? Habt ihr dazu Insights?

André

Es gibt solche Insights, aber die Berechnungen sind in vielen Projekten schwierig, weil vorher oft keine Messungen durchgeführt wurden. Man hat zwar die jährliche Rechnung des Energielieferanten und möchte diese senken, weiß aber nicht genau, wo und in welchem Bereich des Gebäudes oder des Campus die Energie verbraucht wird. Das knüpft an das Problem Statement an: Wenn ich digitalisieren will, muss ich zuerst elektrifizieren, dann automatisieren und erst danach digitalisieren.
Ein Beispiel: Ein Kunde wollte digitalisieren und Kosten sparen, hatte aber noch Jalousien, die per Kurbel bedient wurden. Da muss man zunächst Leitungen legen, Aktoren einbauen und eine Automatisierung dahinter setzen, bevor Digitalisierung überhaupt möglich ist. Gerade im Bestandsgebäude muss man ganzheitlich vorgehen, um Vorteile zu erzielen.
Zu deiner Frage nach konkreten Zahlen: Viele Kunden geben hier ungern Details preis, da es im Gebäudebereich viele Stakeholder gibt – Vermieter, Besitzer, Mieter – mit unterschiedlichen Ansprüchen und Anforderungen. Ein Beispiel, bei dem wir Zahlen nennen dürfen, ist der Microsoft Campus. In Redmond allein umfasst er 185 Gebäude, weltweit sind es über 800, die in einer Applikation vernetzt sind, die mit ICONICS-Software betrieben wird. Dort wurden in zehn Jahren über 100 Millionen US-Dollar an Energie- und Wartungskosten eingespart. Das ist offiziell bestätigt und öffentlich einsehbar.

Hast du eine Idee, wie viele Use Cases hinter so einer Summe stecken? Das muss ja aus vielen Teilprojekten zusammengesetzt sein – vom simplen Startprojekt bis hin zu komplexen Themen wie Fachkräftemangel und Wissensdigitalisierung. Weißt du, wie viele Projekte das ungefähr sind?

André

Ich kenne nicht alle Use Cases, aber einige sind mir besonders im Gedächtnis geblieben, als mir das Projekt vorgestellt wurde. Microsoft hat eigene IoT-Entwicklerteams, die Sensorik entwickelt haben, die Daten direkt in Azure sendet. Damit werden Präsenz, Geräuschpegel, Temperatur und weitere Parameter erfasst. Diese Sensoren sehen aus wie kleine Präsenz- oder Rauchmelder, werden unter die Decke montiert und senden die Daten per Bluetooth. Über die Audiopegel – nicht den Inhalt – kann man ermitteln, wie viele Personen sich in einem Raum befinden. Das liefert zusätzlich zur reinen Präsenzmessung wertvolle Ergebnisse.
Ein weiterer spannender Use Case betrifft die Feuerlöscher auf dem Campus in Redmond. Jeder der 12.000 Feuerlöscher hat jetzt eine IP-Adresse, einen Drucksensor und einen Lichtsensor. Hintergrund ist, dass die Wartung bislang eine ganze Mannschaft in Vollzeit beschäftigt hat. Jetzt sind die Feuerlöscher online sichtbar. Man sieht, ob genügend Druck vorhanden ist und ob Wartung erforderlich ist. Der Lichtsensor erkennt, ob etwas vor dem Feuerlöscher steht. Wenn das nur kurzfristig ist, passiert nichts. Bleibt es länger blockiert, wird jemand informiert, um das Hindernis zu entfernen. Das reduziert Kosten erheblich und steigert die Sicherheit. Ob so etwas in Deutschland regulatorisch möglich wäre, ist fraglich, aber es ist eine großartige Idee.

Wir nehmen gerne Kontakt auf. Ich packe eure Kontaktdaten in die Shownotes, falls sich jemand zu Best Practices austauschen möchte. Der übergeordnete Use Case ist hier Wartung und Sicherheit. Das muss nicht nur für Feuerlöscher gelten – im Podcast hatten wir schon viele Beispiele, etwa vernetzte Rettungsringe. Da gibt es viele Möglichkeiten. Markus, habt ihr auch schon einmal Return-on-Investment-Berechnungen oder Ansätze erstellt, bei denen ihr sagt, das lohnt sich für euch oder eure Kunden?

Markus

Durchaus, wir machen solche Berechnungen. Bei Modernisierungen gibt es Fälle, die sich relativ einfach kalkulieren lassen. Wenn man beispielsweise Lüftungsanlagen mit ein- oder zweistufigen Motoren durch Motoren mit Frequenzumrichter ersetzt, ist das gut zu rechnen. Man hat den Invest in Hardware und Umbau, dazu die Digitalisierung. Je nach Größe des Motors rechnet sich das oft in zwei bis drei Jahren. Gleichzeitig wird die Regelung angepasst, sodass der Lüfter nur noch bedarfsgerecht läuft und nicht dauerhaft mit voller oder halber Drehzahl.
Häufig führen wir diese ROI-Berechnungen nicht selbst aus, sondern Ingenieurbüros, die schon in der Planungsphase involviert sind. Denn es geht in der Gebäudetechnik nie nur um Digitalisierung, sondern immer auch um die Anlagentechnik. Ein Beispiel: Einer unserer Kunden betreibt eine sehr große Liegenschaft mit Gebäuden, die unterschiedlich genutzt werden. Dort gab es mehrere einzelne Kälteerzeuger, die jeweils nur einen bestimmten Bereich versorgten. In einem mehrjährigen Projekt wurden diese zu einem Kälteverbund zusammengeschaltet. Dafür mussten über weite Strecken Rohre verlegt und Pumpen ausgetauscht werden. Am Ende haben wir die gesamte Steuerung mit Aktoren und Sensoren programmiert. Das Ergebnis: In bestimmten Bereichen konnten wir den Energieverbrauch um 80 bis 90 Prozent senken, weil statt fünf oder sechs Kältemaschinen nur noch eine in Betrieb war.

Sehr spannend. Ich habe dazu noch viele Fragen, aber vielleicht klären wir das später noch einmal im Detail, weil genau solche Beispiele für den ROI interessant sind. In diesem Fall war es also das Zusammenschalten der Kälteanlagen, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Markus

Vor allem muss es für den Betreiber am Ende einfach sein. Technik kann sehr komplex sein, aber die Bedienung muss unkompliziert bleiben. Das fällt uns Technikern manchmal gar nicht so leicht.

[27:48] Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien

Ja, das stimmt, man muss es einfach handhaben können. Zum Ende hin möchte ich noch einmal zu eurer Umsetzung kommen und verstehen, wie ihr das genau angegangen seid. Wir haben eben das Wort GENESIS gehört – ich möchte ein bisschen mehr über die Software erfahren, aber auch darüber, wie ihr sie konkret einsetzt. Markus, wie nutzt ihr GENESIS in der Praxis? Ich glaube, der volle Name ist GENESIS64.

Markus

GENESIS64 ist die Plattform von ICONICS. Wir vertreiben sie bei unseren Kunden unter unserer eigenen Wortmarke INSCONTROL. Diese Bezeichnung haben wir aus der Historie mitgebracht, und wir sind inzwischen in der fünften Generation, also bei INSCONTROL 5.0.

Ihr habt es also für euch und eure Kunden gebrandet, sozusagen.

Markus

Es ist nicht wirklich White-Labeling, sondern einfach unsere eigene Wortmarke, weil unsere Bestandskunden diesen Namen kennen. Wir fühlen uns damit wohl, weil wir so ein eigenes Gesicht haben. Technisch gesehen ist es zu 100 Prozent GENESIS – wir haben daran nichts verändert. Das Frontend stammt jedoch von der WISAG, darin steckt unser Know-how und unsere eigenen Bibliotheken. Diese können nicht so stark standardisiert sein wie bei einer Maschinenvisualisierung, weil wir sehr flexibel sein müssen. Kein Gebäude und keine Anlage ist gleich.
Wir haben unterschiedliche Konnektoren, die integriert werden müssen – etwa BACnet, OPC, wie André vorhin von der OPC Foundation erwähnt hat, oder KNX. Diese binden wir in unsere Bibliothek ein. Mit diesem Setup gestalten wir das Frontend und die Bedienoberfläche. Unsere Kunden arbeiten täglich mit INSCONTROL 5.0 beziehungsweise GENESIS und steuern damit ihre Anlagen.
In unserem Fachbereich nennen wir das eine Management- und Bedieneinrichtung. ICONICS ist hier unser einziger Partner, und wir fühlen uns in dieser Zusammenarbeit sehr wohl. Wir gehen auf unsere Bestandskunden zu, wenn ihre bisherige Software abgekündigt wird oder keine Updates mehr verfügbar sind, und empfehlen dann eine Retrofit-Maßnahme – also die Ablösung durch unser INSCONTROL 5.0. Im Neubau bieten wir es von Anfang an an und setzen es direkt um.

Verstehe. André, vielleicht noch einmal die Frage an dich: GENESIS wurde gerade als Plattform bezeichnet. Ihr seid ja generell als Softwareanbieter unterwegs. Wie würdest du die Features eurer IoT-Plattform beschreiben? IoT-Plattform ist ja zunächst ein sehr generischer Begriff – welche Funktionen, Möglichkeiten und Services bietet eure Plattform konkret?

André

Plattform ist tatsächlich der richtige Begriff. Wir haben in den letzten Jahren viele Marktbegleiter gesehen, die gekommen und wieder verschwunden sind, obwohl sie sich ebenfalls Plattform genannt haben. Gerade jetzt sieht man, dass es bei den Hyperscalern und anderen Anbietern eine Marktbereinigung gibt. GENESIS ist seit über 35 Jahren am Markt – natürlich in ständig aktualisierter Form.
Man kann GENESIS als universellen, flexiblen Baukasten verstehen, bei dem je nach Anforderung die passenden Module genutzt werden – oder eben nicht. Beispiele sind die Frontend-Funktionen, die Markus als Management- und Bedieneinrichtung beschrieben hat. Das System ist nach dem aktuellen BACnet-Standard zertifiziert, mit der höchsten Stufe, der BACnet AWS-Zertifizierung (Advanced Workstation). Dadurch können wir uns direkt auf BACnet-Geräte aufschalten, Daten auslesen und schreiben, was die Projektierung deutlich erleichtert.
Die Modularität ist ein wesentlicher Vorteil. Will ich Zeitreihen sehen, nutze ich das Zeitreihenmodul. Will ich Daten historisieren, setze ich das Historian-Modul ein. Für Visualisierungen gibt es Anzeigemodule, und für Business Intelligence steht ein BI-Modul zur Verfügung, das sich einfach parametrieren lässt.
GENESIS bietet eine Low-Code-/No-Code-Oberfläche, sodass keine klassische Programmierung notwendig ist. Wenn jedoch ein Anwendungsfall über den Standard hinausgeht, besteht trotzdem die Möglichkeit, individuelle Skripte einzubinden. Das macht die Plattform sehr flexibel und anpassbar an unterschiedlichste Anforderungen.

Okay, das heißt, auf der OT-Seite – also der Automatisierungsebene – bindet ihr praktisch jede Hardware an, egal ob es um ein Pinguingehege oder einen Campus wie bei Microsoft geht. Auf der IT-Seite würde ich gern noch einmal nachhaken: Markus, du hast zu Beginn gesagt, es geht darum, Technik zu vernetzen, zu kombinieren und zu parametrieren. Wie macht ihr die Integration? Zum Beispiel, wenn Azure eingesetzt wird – arbeitet ihr direkt mit Hyperscalern zusammen, integriert ihr alles selbst oder kooperiert ihr da? Wie funktioniert dieser Layer?

Markus

Wenn unsere Kunden so weit sind, und das sind manche, andere wiederum nicht, dann haben sie meist schon eine klare Vorstellung. In diesem Fall wird die Applikation direkt in die bestehende Infrastruktur integriert – etwa in vorhandene Rechenzentren oder Cloud-Umgebungen. Das ist relativ einfach möglich. Wir unterstützen dann bei der Installation und vor allem bei der Parametrierung, was unser Kerngeschäft ist. Viele Kunden kennen sich in der Integration selbst gut aus oder nutzen zusätzlich den Support von ICONICS. Da steckt viel Know-how drin.

André

Ergänzend: GENESIS kann grundsätzlich sowohl on-premise, also auf einem lokalen Rechner, als auch in der Cloud installiert werden – unabhängig davon, ob es sich um Microsoft Azure, Amazon Web Services oder eine Virtualisierung im eigenen Rechenzentrum handelt. Die Software ist in allen Umgebungen identisch und lässt sich überall einsetzen. Wir haben Kunden, die sie klassisch vor Ort auf einem Rechner betreiben, genauso wie Kunden mit vollständiger Azure- oder Cloud-Installation.

[33:49] Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien

Ja, sehr schön. All right. Und vielleicht die allerletzte Frage für heute, bevor wir die Session schließen. Mich interessiert auch ein wenig die Zukunft – wohin ihr schaut und was vielleicht noch kommt. Habt ihr neue Features geplant, sei es für eure Software, INSCONTROL 5.0 ? Also, habt ihr dafür neue Features geplant?
Und, André, als Folgefrage an dich: GENESIS64 – entwickelt sich das weiter? Was kommt da noch? Diese beiden Fragen hätte ich noch zum Abschluss.

Markus

Richtig, genau. Wir entwickeln aktuell Schritt für Schritt digitale Geschäftsmodelle. Das ist ein Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigen, um auch in die Zukunft zu schauen. Die WISAG hat sich als Unternehmensziel gesetzt, die Digitalisierung bis 2030 konsequent voranzutreiben – und wir sind ein Teil davon, ebenso wie bei unseren Kunden.
Ein Beispiel, das wir bereits getestet haben, ist ein Regelungsgütemonitor. Dieser ermittelt die Güte eines Regelkreises. Man kann sich das vorstellen wie bei einer Temperaturregelung zu Hause: Man stellt am Thermostat eine gewünschte Temperatur ein, und die Heizung regelt nach. In großen Gebäuden gibt es solche Regelkreise hundert- oder tausendfach. Wir wollen diese optimieren, die Daten aufzeichnen, auswerten und daraus Verbesserungen ableiten.
Das dient einerseits als Qualitätswerkzeug, andererseits zur Kostensenkung. Denn ein schlecht eingestellter Regelkreis, der ständig über- oder unterschwingt, verursacht hohen Energieverbrauch, erhöhten Verschleiß an der Regeltechnik und mindert den Komfort. Außerdem bedeutet er für unsere eigenen Teams deutlich mehr Aufwand im Betrieb. Mit dem Monitor wollen wir das optimieren – und zwar nicht nur für unsere eigenen Anlagen, sondern auch für Regelkreise anderer Anbieter. Das schafft eine Win-win-Situation für uns und unsere Kunden, die so eine digitale Dienstleistung nutzen können.

Sehr schön. André, wie sieht es bei euch aus? Wie entwickeln sich eure Produkte weiter?

André

Wir als Technologiehersteller beobachten sehr genau, wie sich Technologien entwickeln, und steigen dort ein, wo es sinnvoll ist. Eingangs habe ich schon gesagt, dass unsere aktuellen Prioritäten Cloud, Sicherheit und KI sind. Dafür haben wir eine klare Produkt-Roadmap. GENESIS64 wird weiterentwickelt – dabei werden wir die „64“ aus dem Namen entfernen. Ursprünglich stand sie für 64-Bit, was bei der Einführung 2008 relevant war, aber wer weiß, ob wir künftig nicht über 256 oder 1024 Bit sprechen. In der kommenden Version 11 wird das Produkt nur noch GENESIS heißen.
Technisch entwickeln wir uns in Richtung Docker-Fähigkeit, um Betriebssystemunabhängigkeit zu erreichen und nativ cloudfähig zu werden. Damit eröffnen sich auch neue Geschäftsmodelle. Wir wollen Kunden wie der WISAG die Möglichkeit geben, eigene SaaS-Modelle anzubieten – also nicht nur Software zu verkaufen, sondern sie auch als Dienstleistung zu betreiben.
Im Bereich Sicherheit haben wir massiv in .NET 8 investiert, alle Legacy-Komponenten entfernt und auf den aktuellen Microsoft-Standard umgestellt. Das erhöht den Sicherheitskomfort zusätzlich zu verschlüsselter Kommunikation, sicherer Authentifizierung und weiteren Standards.
Ein weiterer Schwerpunkt ist KI. Wir haben bereits eigenständige Module aus unserem Mutterhaus, die mit der ICONICS-Software zusammenarbeiten. Diese wollen wir noch tiefer integrieren – etwa für Anomalieerkennung in Zeitreihendaten. Dabei geht es nicht zwingend um komplexe KI, sondern oft um Algorithmen und mathematische Modelle, die konkrete Mehrwerte bringen. Erste Ergebnisse in diesem Bereich werden noch dieses Jahr verfügbar sein.

Ja, das schreit ja fast nach einer Fortsetzung. Vielleicht machen wir in einem Jahr ein Update dazu, um zu sehen, was davon schon in der Praxis funktioniert. Wir beobachten das Thema KI ebenfalls sehr genau, denn auch wenn es aktuell ein großer Hype ist, gibt es schon Bereiche, in denen es funktioniert, und andere, die sich noch in Pilotphasen befinden. Es wäre spannend zu sehen, was sich davon durchsetzt.
Von meiner Seite vielen Dank für die heutige Session. Wir hatten einige sehr interessante Use Cases, vom Feuerlöscher mit IP-Adresse über die Messung von Audiopegeln im Raum bis hin zu den Kälteanlagen bei der WISAG, die zusammengeschaltet wurden. Alles konkrete Beispiele dafür, wie sich IoT-Lösungen mit einem echten Business-Mehrwert umsetzen lassen. Vielen Dank für die praxisnahe Vorstellung. Zuhörerinnen und Zuhörer, vernetzt euch gern mit André und Markus über LinkedIn, die Links findet ihr in den Shownotes. Abonniert den Podcast, falls ihr das noch nicht getan habt. Vielen Dank euch beiden, und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Das letzte Wort gehört euch.

Markus

Ich bedanke mich bei dir, Madeleine, und bei André. Das war mein erster Podcast, an dem ich aktiv teilgenommen habe. Eine tolle Erfahrung und es hat viel Spaß gemacht.

André

Ich kann mich nur anschließen. Vielen Dank, Madeleine, und danke auch an Markus.

Sehr schön. Dann wünsche ich euch noch eine schöne Restwoche. Macht’s gut, ciao.

André

Tschüss.

Markus

Tschüss.

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Ing. Madeleine Mickeleit

Mrs. IoT✌️Gründerin der IIoT Use Case GmbH | IoT Business Development | Welche Use Cases funktionieren – und WIE? Fokus auf Praxis! #TechBusiness #Mehrwert