Ein mechanischer Maulwurf, digital verbessert

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IoT Use Case Microsoft Azure - Tracto
4 Minuten Lesezeit
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Ein Rohrleitungsnetz herstellen, erweitern, erneuern – all das kann unterirdisch erfolgen, ohne den Boden aufbrechen zu müssen. Dank der konsequenten technischen Weiterentwicklung von Maschinentechnik und Zubehör gibt es heute für praktisch jede Art der Rohrverlegung oder -sanierung eine grabenlose Lösung.

Die Herausforderung: Nutzung maschinengenerierter Datenpotentiale

Die grabenlose Verlegung von Rohren nennt man in der Branche auch Maulwurftechnologie. Dabei gräbt sich die in den 70er Jahren von TRACTO entwickelte GRUNDOMAT-Erdrakete durch die Erde, ohne Straßen oder Gehwege aufreißen zu müssen. Für den präzisen Vortrieb ist dabei die Zielgenauigkeit des beweglichen Kopfes entscheidend.
Die Möglichkeiten dieser Technologie reichen heute von der Unterquerung von Verkehrs- und Wasserwegen, über den Pipelinebau, Glasfaser-Leitungsbau oder die Verlegung von Hausanschlüssen bis hin zur unterirdischen Rohrerneuerung. TRACTO ist der einzige Vollanbieter auf dem Gebiet der grabenlosen Technik und entwickelt die dafür benötigten Maschinen kontinuierlich weiter, bis hin zu den automatisierten steuerbaren Horizontalspühlbohranlagen, den sogenannten HDD-Anlagen.
Die Maschinen von TRACTO sind damit beim Ausbau moderner Infrastrukturen nicht mehr wegzudenken, und das Unternehmen tut viel dafür, sie kontinuierlich zu optimieren und den Kunden neue Services anzubieten. Vor allem bei den steuerbaren HDD-Anlagen muss höchste Qualität und Wirtschaftlichkeit sichergestellt sein – kein Bohrgerät darf ausfallen und zum Stillstand führen, denn Stillstand kostet stündlich Geld. Deshalb müssen TRACTO und seine Kunden die HDD-Anlagen rund um die Uhr im Blick haben können.
Aus diesen Gründen entschied sich das Unternehmen zur Entwicklung moderner, digitaler Services, um die direkt beim Bohrvorgang entstehenden Daten zu nutzen. Die entscheidende Frage dabei lautet: Wie können diese Daten gewonnen und in einen Mehrwert für die Kunden umgewandelt werden? Auch deshalb wurde vor über vier Jahren bei TRACTO unter dem Motto „Fit4Future“ die digitale Transformation eingeleitet und Microsoft Azure an Bord geholt.

Die Lösung: Eine auf Azure basierte Verarbeitung der Telemetriedaten aus den Maschinen

Um das Potential, das in den Bohrgeräten steckt, nutzen zu können, ist es entscheidend, die in den Maschinen lagernden Daten an die Oberfläche zu holen und sichtbar zu machen. Deshalb werden die Telemetriedaten nun mithilfe von Sensoren direkt aus den Maschinen über den Microsoft Azure IoT Hub in die Cloud überführt. Dort bilden Azure Kubernetes Services und Azure SQL neben vielen weiteren Diensten die Basis für eine schnelle Speicherung und Aufbereitung der Daten. Die Daten werden dann von eigens für TRACTO Maschinen entwickelten Apps ausgewertet und schaffen die Basis für eine Fülle neuer, digitaler Möglichkeiten, die TRACTO mit Azure DevOps eigenständig entwickeln kann. Beispielsweise werden die verpflichtenden Bohrprotokolle nun in der Anwendung BoreData aus allen während der Bohrung generierten Daten erstellt, und die Protokolle stehen TRACTO und vor allem den Kunden ganz schnell und einfach zur Verfügung.

Auf Basis der gewonnen Daten lässt sich zudem der Bohrprozess selbst deutlich verbessern: Die Bohrtrassen können mit der Anwendung Quickplanner3D schon im Vorhinein als 3D-Modelle berechnet werden. Der Bohrplan wird dann an die entsprechende Maschine gesendet, die diesem dann bei der Bohrung folgt, ohne, dass der Bohrmeister manuell Hand anlegen muss.

Die modernsten HDD-Anlagen haben bereits einen hohen Grad der Automatisierung, sie können remote per Tablet gesteuert werden – früher mussten bis zu drei weitere Personen für einen reibungslosen Ablauf vor Ort sorgen.

Außerdem haben TRACTO und die Kunden die Maschinen und den Arbeitsfortschritt mit dem COCKPIT jederzeit im Blick: Wo ihre Maschinen aktuell stehen, wie lange sie an einem Tag gearbeitet hat, wie viele Bohrmeter die Maschine zurückgelegt hat – all das können die Kunden von TRACTO auf einen Blick in einer einzigen Anwendung sehen.

Das Ergebnis: Höhere Ausfallsicherheit durch effiziente Wartung

Auch für die Wartung der Maschinen setzt TRACTO auf Big Data, um bereits ausgefallene oder kurz davorstehende Maschinen schnell im System zu identifizieren. So lassen sich Problem-Komponenten rechtzeitig finden und schnell austauschen. Außerdem kann der Kunde per Knopfdruck den Service von TRACTO zuschalten, um remote direkt auf das Display des Bohrgeräts zugreifen und nach dem zugrundeliegenden Problem suchen zu können. Mit dieser Lösung reduziert TRACTO die für Kunden so kostspieligen Ausfallzeiten erheblich.

TRACTO denkt aber schon über die nächsten Schritte nach, wie zum Beispiel Predictive Maintenance einzubinden mit dem Ziel, den Kunden so rechtzeitig zu kontaktieren, sodass Ausfallzeiten erst gar nicht mehr erfolgen. Dadurch kann TRACTO die Ausfallsicherheit in Zukunft noch weiter erhöhen.

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