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Wenn der Lüfter einmal klingelt: IoT-Plattform von ZIEHL-ABEGG überwacht Geräte via Azure

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IoT Use Case Ziehl-Abegg Telefónica LinkedIn
4 Minuten Lesezeit
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Faszination, Innovation, und der Zukunft immer einen Schritt voraus – das ist der Anspruch des weltweit führenden Unternehmens ZIEHL-ABEGG in den Kompetenzbereichen Luft-, Regel-, Antriebstechnik und Automotive. Seit über 100 Jahren plant das weltweit agierende Unternehmen durch gezieltes Wachstum, Profitabilität und mit Augenmaß auch für nachfolgende Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.

Die Herausforderung: Vernetzte digitale Überwachung und Steuerung

Ventilatoren von ZIEHL-ABEGG sind Produkte, die man nicht im Supermarkt kaufen und auf den Tisch stellen kann. Sie rotieren in den Luft- und Klimatechnik-Anlagen von Industrie und Medizin, in Serverparks und in der Landwirtschaft, aber auch in sensiblen Bereichen wie Operationssälen, Reinräumen in Labors oder Produktionsanlagen. Das Unternehmen ist deshalb als systemrelevant eingestuft. Die Kernkompetenz ist der effiziente und langlebige Elektromotor – und hier sieht sich ZIEHL-ABEGG als Technologieführer. 

Doch auch die beste Komponente einer Industrieanlage kann unvorhergesehenen Belastungen ausgesetzt sein, etwa wenn sich eine Lüftungsklappe nicht weit genug öffnet. Deshalb gibt es für das Zusammenspiel verschiedener Geräte nur eine Möglichkeit, denkbare Szenarien zu beherrschen: vernetzte digitale Überwachung und Steuerung. Sie hilft, Spitzen oder Leistungsabfälle der Geräte festzustellen und die Ursachen im System zu suchen. Ein rechtzeitiger Eingriff kann dann einen Störfall verhindern, und langfristig können Wartungsintervalle angepasst oder Komponenten verbessert werden.

ZIEHL-ABEGG hat sich deshalb für die Entwicklung einer eigenen cloudbasierten Plattform entschieden: ZAbluegalaxy greift auf eine breite Palette von Services der Cloud-Plattform Microsoft Azure zurück.

Die Lösung: Eine Datenplattform auf Basis des Azure IoT-Hub

Auf der Suche nach einem etablierten Entwicklungspartner nahm ZIEHL-ABEGG im Jahr 2018 Kontakt zu T-Systems MMS auf, einem IT-Dienstleister, der Großkonzerne und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation begleitet. Nach einem Bilderbuchstart mit Workshops und Beratungsprozessen konnte 2019 die Lösung auf einer Fachmesse öffentlich präsentiert werden.

Die Plattform bietet mit intelligenten Cloud-Technologien sowohl ZIEHL-ABEGG als auch seinen Kundinnen und Kunden Zugriff auf den Live-Status sowie auf Betriebs- und Telemetriedaten der Geräte in den Anlagen. Auf dieser Grundlage können bei Erreichen vordefinierter Schwellenwerte z.B. Push-Mitteilungen an die Mobiltelefone der Verantwortlichen versendet werden. So lassen sich bessere Entscheidungen für Wartung, Steuerung und Anschaffung treffen, und ZIEHL-ABEGG kann die Produktentwicklung auf Basis der Nutzungsdaten verbessern.

Die Geräte kommunizieren über die Microsoft-Azure-Cloud und sind über Schnittstellen unter anderem an die Produktdatenbank und an mobile Apps von ZIEHL-ABEGG angeschlossen. Azure ist dabei die Basis, auf der die IoT-Connectivity hergestellt wird. Der Azure IoT-Hub dient auch dazu, die vielen Informationen entgegenzunehmen und an die Datenverarbeitung weiterzugeben. Auf den Geräten befindet sich jeweils ein IoT-Client von Microsoft. 

Auch in der Cloud selbst werden verschiedene Dienste von Microsoft eingesetzt, um die Anwendungsfälle zu verarbeiten. Von Zeitreihenaufzeichnungen über die Auswertung der Daten bis hin zum Hosting der Web-Applikation werden ein gutes Dutzend verschiedenster Azure Services eingesetzt, zum Beispiel Cosmos DB und Azure Functions. Über SignalR werden Ereignisse zurück an die Webapplikation gespielt, um Zustandsänderungen live abbilden zu können.

Außerdem berücksichtigt Microsoft mit der Cloud-Plattform Azure bereits Anforderungen der DSGVO, was eine große Erleichterung ist. Ein Vorteil, der auch für ZIEHL-ABEGG ein entscheidendes Kriterium darstellt, denn die Kunden sind natürlich wachsam, wenn die Geräte ihrer Anlagen Daten in der Cloud-Lösung ablegen.

Das Ergebnis: Neue Geschäftsmodelle und Services

Alle Elektromotoren in einem System liefern Daten, die dem Betreiber, aber auch der Entwicklerin oder dem Entwickler der Komponenten tiefe Einblicke gewähren. Für ZIEHL-ABEGG entsteht daraus die Perspektive, aus diesen Daten sowohl Erkenntnisse für die Entwicklung zu ziehen als auch Kunden neue Services anzubieten. Das eröffnet auch Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle, denn so könnte in Zukunft dem Kunden etwa eine garantierte Luftleistung angeboten werden, und nicht nur die Ventilatoren als Komponenten. 

ZAbluegalaxy ist für ZIEHL-ABEGG eine Investition in die Zukunft, und Microsoft leistet mit dem Azure IoT-Hub einen wertvollen Beitrag dazu. Und auch die Entwicklerinnen und Entwickler denken bereits an die Zukunftspotenziale, beispielsweise ist maschinelles Lernen aktuell noch nicht Teil der Lösung, aber bereits angedacht. Künftig soll ein Teil der Datenauswertung auf die Geräte selbst verlagert werden. Dann wird die Software auf dem Gerät mithilfe lernender Algorithmen die Datensätze selbst interpretieren und bestimmte Prozesse eigenständig regeln und steuern können, damit zum Beispiel keine Wartezeit bis zum Eingreifen des verantwortlichen Menschen verstreicht.

In Anwendung

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