IIoT in der Schwerindustrie: Bergbau, Öl, Gas, Eisen- und Stahlindustrie – L&H Industrial setzt mit 5G-Monitoring, Tracking und IoT-Core neue Maßstäbe

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In dieser Podcastfolge gibt es exklusiven Einblick in die Schwerindustrie mit einem Projekt von L&H Industrial – den größten Maschinen der Welt. Sie optimieren ihren Service mit passenden Technologien und ausgewählter IoT-Hardware!

Folge 62 auf einen Blick (und Klick):

  • [04:36] Herausforderungen, Potenziale und Status quo – So sieht der Use Case in der Praxis aus
  • [11:45] Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien
  • [29:10] Übertragbarkeit, Skalierung und nächste Schritte – So könnt ihr diesen Use Case nutzen

Zusammenfassung der Podcastfolge

In Folge 62 des IoT Use Case Podcast geht es um ein IIoT-Projekt aus der rauen Branche der „Heavy Machinery“ – vorgestellt von Roundsolutions und ihrem Partner Amazon Web Services (AWS). L&H Industrial hilft Kunden in der Entwicklung, Bau, Bereitstellung und dem Betrieb der Großmaschinen. Mit ihrem weltweiten 24/7-Außendienst und über 50 Jahren Erfahrung in der Praxis setzen sie nun mithilfe der IoT-Technologie neue Maßstäbe im Service. Ihr Ziel: Ihre Kunden stetig bei Fehlersuchen, Reparaturen, Umbauten, Installationen und der Verlagerung der schweren Maschinen unterstützen. Auf Basis wertvoller Daten können Ingenieure und Techniker mit den Erkenntnissen Kosten für Kunden im Betrieb einsparen. Mithilfe von Sensor- und Kameradaten werden Verschleißerscheinungen und mögliche Downtimes frühzeitig erkannt und verhindert.

– der führende Anbieter von LTE, NB1, CatM1, 5G, NB-IoT, GSM/GPRS, UMTS/HSPA(+), GNSS und BLE/WiFi-Modulen in Europa. Sie bringen die notwendige „Plug and Play“-Hardware mit robustem Gehäuse mit, welche den Sicherheitsstandard IP67 erfüllt. Für die Cloud- und Software-Lompetenz wählte Roundsolutions ihren Partner Amazon Web Services (AWS) als weltweit umfassendste Cloud-Plattform, mit mehr als 200 voll funktionsfähigen Diensten auf der ganzen Welt aus.

In dieser Folge werden die Top 3 Use Cases besprochen:

  1. L&H Industrial: Die größten Maschinen der Welt mit 5G-Monitoring verbessert
  2. Volkswagen-Konzern: Effizienz und Verfügbarkeit der Anlage steigern, um die Produktionsflexibilität zu verbessern und die Fahrzeugqualität mit AWS-IoT zu erhöhen
  3. Amazon Versandhandel: Monitorisierung für erneuerbarer Energien

Die Interviewgäste der 62. Folge sind: 

Podcast Interview

Juan, wir sprechen heute über eure Services mit eurem Partner Round Solutions. Wir wollen ein bisschen mehr erfahren, wie man die passende Hardware auswählt. Aber natürlich auch, welche AWS-IoT-Services ihr hier anbietet. Da die Frage vorab: Was passiert in diesem Markt und warum ist das Thema wichtig – IoT, IoT-Services?

Juan

IoT-Technologien sind der Schlüssel zur Integration von realer und digitaler Welt. Es ermöglicht zum Beispiel, Geräte sicher und geschützt zur Cloud zu migrieren. Heutzutage verbinden wir Millionen Geräte mit der Cloud, um eine Vielzahl von Anwendungsfällen zu unterstützen – Umgebungssensoren zum Beispiel, Temperaturmessungen, Feuchtigkeit. Aber wir sehen auch mehr und mehr IoT im industriellen Bereich – zum Beispiel industrielle Anlagen, die an die Cloud angeschlossen sind.

Herausforderungen, Potenziale und Status quo – So sieht der Use Case in der Praxis aus

Es geht um konkrete Anwendungsfälle, um wirklich zu verstehen, wie diese IoT-Services funktionieren. Darum spreche ich auch immer über konkrete Use Cases aus der Praxis. – Ihr habt wahnsinnig viele verschiedene Referenz-Storys und Projekte mit Kunden. Kannst du uns ein bisschen abholen, was die Top-3-Use-Cases sind, mit denen ihr unterwegs seid?

Juan

Natürlich, in der Tat, wir haben viele Kunden, die diese IoT-Technologien nutzen im industriellen Bereich. Zum Beispiel der Volkswagen-Konzern nutzt AWS-IoT, um die Effizienz und Verfügbarkeit der Anlage zu steigern, die Produktionsflexibilität zu verbessern, aber auch, um die Fahrzeugqualität zu erhöhen.

Auch Amazon selbst – wir nutzen IoT für die Monitorisierung erneuerbarer Energien. Das heißt, wir versuchen wirklich, die Leistung mithilfe von AWS-Services, aber auch Best Practices bezüglich Cloud-Technologien zu optimieren.

 

Da geht es jetzt um euren Versandhandel selbst, oder

Juan

Genau. 

 

Wir tauchen auch ganz konkret in ein Kundenprojekt ein. Ben, was du uns mitgebracht hast: Euer Kunde nutzt die AWS-Services mit euch sowie eure Hardware. Wer ist euer Kunde und worum geht es in diesem Projekt genau?

Ben

Wir sprechen heute über das Projekt, welches wir mit unserem Kunden L&H Industrial in Wyoming, USA, aktuell laufen haben. L&H entwirft und fertigt Maschinen für Anwendungen im Bergbau, aber auch Branchen in Öl, Gas und Eisenbahn. Sie haben Standorte in Nordamerika, Mexiko und Chile. Wir haben zwei Produkte bei ihnen, die wir uns IoT-mäßig anschauen: Einmal ist das ein Undercarriage – das ist ein Untergestell von einem Riesenbagger. Das ist wesentlich größer als Mann-/Frauhöhe. Richtige Riesenteile. Und dann gibt es noch Crusher – auf gut Deutsch, Zerbrecher –, wo Steine, Erze hineingeworfen und zermahlen werden. Da möchte L&H drei Dinge sicherstellen: Zum einen die interne Qualitätssicherung und Verbesserung ihrer Produkte. Das Zweite ist, dass L&H einen Service für Minenbetreiber anbietet, um den Verschleiß der Maschinen zu monitoren und um sicherzustellen, dass kein Schaden und keine Downtime entstehen. Und den dritten Punkt formulieren sie so: »IoT ist für uns strategisch wichtig. Wir möchte einfach lernen, wie wir das in unseren Produkten und bei unseren Kunden einsetzen können.« 

 

Ich habe mir auch im Vorfeld schon mal euren Kunden angeschaut. Wer gerade nicht im Auto sitzt, kann ja mal L&H Industrial Maschinenbauer googeln. Das sind Riesenanlagen mit orangen Bauteilen. Sie versprechen auch, den optimalen Service für ihren Kunden zu gewährleisten. Ob es um Fehlersuchen geht, Reparaturen, Umzüge der Anlage oder die Ersatzteilbeschaffung. Das ist also auch ein Stück weit ein neues digitales Geschäftsmodell für euren Kunden – wahnsinnig spannend, gerne mal reinschauen. Wenn wir in dieses Projekt gehen: Was waren die Herausforderungen eures Kunden, als ihr mit dem Projekt gestartet seid? Worum ging es dabei?

Ben

Es ging um eine Remote-Anbindung. Dass man vom Headquarter, ob das jetzt in Wyoming ist oder eine Niederlassung in Phoenix … dass die Techniker sich den Verschleiß, den Zustand weltweit, wo immer die Anlagen eingesetzt werden, an anschauen können. Also einmal von Sensordaten, aber auch zum Teil visuell. Wir haben da natürlich mit extremen Umgebungsbedingungen zu tun, Minusgrade wie Plusgrade. Alles ist sehr rau; man kann schon sagen, dreckig, sehr grobschlächtig. Es sind nicht unbedingt Elektroniker an Ort und Stelle. Sondern das sind Maintenance-Jungs-und-Mädels, die, sage ich mal, robust mit den Sachen auch umgehen. 

 

Sensordaten – jetzt sind viele Zuhörerinnen und Zuhörer technisch affin. Viele interessiert auch, noch mal ein Stück tiefer zu gehen. Wenn wir über Daten sprechen, die in diesem Projekt relevant sind – welche sind heute für euren Kunden spannend?

Ben

Das ist zum Teil simple Sensorik. Man möchte erkennen können, was so ein Bagger gerade tut. Ob er schaufelt oder ob er sich bewegt oder ob er Stillstand hat, seine Betriebsstunden. Das kann man anhand eines Sensors – ein Vibrationssensor als Beispiel, Akzelerometer. Das ist also in diesem Beispiel ziemlich rudimentär. Zweiter Punkt ist, dass wir auch Kameras eingebaut haben. Da werden Fotos von Teilen, die Verschleiß unterliegen, erstellt und in der AWS-Cloud hochgeladen, gespeichert. Da können sie sich dann die Ingenieure und Techniker anschauen. Da haben wir natürlich besondere Kameras ausgewählt, für diese raue Umgebung, mit sehr hoher Auflösung. Auch erwähnenswert, Elektromotoren gibt es auch in diesem Bereich, bei einem Crusher zum Beispiel. Da möchte man dann auch erkennen, dass er nach wie vor ordentlich funktioniert – da kommen wieder Vibrationssensoren zum Tragen, um das Lager zu prüfen. 

 

Was waren noch so die Anforderungen des Kunden? Der Kunde hat ja erst mal freie Wahl, auf welche Hosting-Plattform man diese Daten bringt.

Ben

Wir reden hier ja von einem Industrial IoT Wireless Gateway. Das Gehäuse muss IP66K sein, oder besser. Kommunikation, Connectivity, ist eine Herausforderung. Denn es gibt ja Standorte, wo das nicht so gut ausgebaut ist, oder gar nicht. Das soll aber weltweit funktionieren. Man möchte eine Ortungsfunktion, womit man erkennen kann, wo die Geräte sich aktuell befinden. Die Datenübertragung muss natürlich auch hochsicher sein. Cloudseitig möchte der Kunde, dass wir ein US-amerikanisches Cloudhosting betreiben und dass die Daten sicher in den USA gehostet werden. Es muss eine Architektur sein, die skalierbar ist – falls man das noch ausrollen möchte. Man möchte vielleicht auch Machine Learning und Ähnliches hinzunehmen. Dafür müssen die Möglichkeiten bestehen. Das Device Management gehört ebenfalls zu dieser Lösung dazu. Wir reden über ein Industrial IoT Gateway, aber auch mit einem Device Management verbunden.

Lösungen, Angebote und Services – Ein Blick auf die eingesetzten Technologien

Du sprachst vom Gateway – vielleicht können wir uns ein bisschen von unten nach oben in die Cloud hangeln. Mit der Hardware starten und dann über die Datenaufnahme und Datenverarbeitung in die Auswertung gehen. Welche Hardware habt ihr gebraucht?

Ben

Wir haben uns im Markt natürlich noch mal umgeschaut, dass wir nicht irgendein Industrial Gateway bauen, nur für diese Applikation. Aber es hat sich ziemlich schnell herausgestellt, es muss auch 5G können. Wir marschieren jetzt sehr schnell in Richtung 5G-Rollout. Das ist ein superspannendes Thema, weil wir dann Edge mit Cloud verbinden. Das hat auch zusätzlich noch einen globalen Standard. Wir haben es auch downward-compatible auf 4G, weil der Rollout ja jetzt in den nächsten Jahren erst so richtig flächendeckend starten wird.

IO-Link ist ein Muss-Kriterium gewesen, damit das Plug-and-Play ist – da landet man sehr schnell bei IO-Link. Das vergleichen wir so ein bisschen mit USB für die Maus. Dazu ist IO-Link das Pendant im Sensorbereich. Also man schraubt einen Vibrationssensor, einen Temperatursensor an, und quasi Sekunden später sieht man die Messwerte in der richtigen Skalierung, im richtigen Format und so weiter. Das läuft alles im Hintergrund mit dem IO-Link-Protokoll.

 

Und das wird dann wieder weiter ans Netz gegeben über ein bestimmtes Protokoll, damit es im AWS IoT Core zur Verfügung steht?

Ben

Ja, genau. Wir haben AWS ausgewählt. Wir nutzen den MQTT Hub vom AWS IoT Core. Über diese Schnittstelle senden wir die Sensordaten. Die Fotografien, Pictures, laufen über ein anderes Protokoll.

 

Das heißt, wir haben nun relevante Sensordaten für den Kunden, wir haben Kameras … wir haben Daten über die Schaufel beispielsweise selber, oder auch Betriebsstunden. Die werden sozusagen mit einem Service weitergegeben, und über euer Gateway habe ich die Möglichkeit, diese Daten nach draußen zu routen über entsprechende Mobilfunkstandards, um sie überhaupt erst mal aufnehmen und verarbeiten zu können.

Im nächsten Schritt, Juan, muss ich diese Daten also verarbeiten. Ihr bietet AWS IoT Core an. Wie funktioniert das genau und wie verbindet ihr diese Hardware mit der Cloud?

Juan

Via AWS IoT Core können Sie Milliarden von IoT-Geräten verbinden und Billionen von Einstellungen an AWS-Services weiterleiten – ohne die zugrundeliegende Struktur verwalten zu müssen. Die Konnektivität ist natürlich bidirektional, unterstützt nativ MQTT, aber auch https – für ältere Geräte. Die Plattform bietet auch Device-Management-Tools, um unseren Kunden dabei zu helfen, die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten. Es bietet auch die Integration in eine Vielzahl von AWS-Services, wie zum Beispiel unseren Data Lake S3. Oder Lookout for Equipments ist ein Machine Learning  Tool, das es erlaubt, Anomalien in industriellem Equipment zu detektieren. Das bringt natürlich eine sehr große Flexibilität mit sich. Ich kann alle diese Services in einem Use Case kombinieren.

 

Wenn du sagst, es geht um die Connectivity und das Device Management – das heißt, ihr würdet diese einzelnen Sensoren des Kunden wie auch die Kameras selbst in die Services integrieren? Ich bekomme einen Zugang zu AWS IoT Core und kann dort die Hardware anlegen; das ist wahrscheinlich der erste Schritt. So habe ich gleich einen fertigen Service, wo ich direkt auf den Sensor, die Hardware routen und meine Daten mit der Cloud verbinden kann. Lässt sich das so sagen?

Juan

Es ist teilweise so. Zum Beispiel der Fall, über den wir gerade reden – wenn ein Gateway über IO-Link mit Sensoren verbunden ist: Was wir schon über Device Manager machen, ist die Interaktion oder das Management des Gateways. Aber das IO-Link-Protokoll selbst ist natürlich etwas vollkommen anderes. Das ist ein Protokoll, das nicht mit dem Device-Management-Tool integriert ist. Aber auf der anderen Seite, was wir sehr gut machen können: Alle Management-Teile, die mit dem Gateway selbst verbunden sind.

 

Ben, wie habt ihr das gemacht? Ihr habt ja einen Zugang zu AWS; wie funktioniert das in der Praxis?

Ben

Wir schließen das über MQTT-Protokolle an, und https für die Fotos, die Pictures, die wir hochladen. Da ist ein IODDfinder, so heißt das. Liegt auch in einer Cloud, wo wir die IO-Link-Sensordaten – also vom Sensorhersteller – herunterladen. Das verbinden wir mit dem Sensor, der angeschlossen wird, damit das Gerät erkennen kann, um welchen Sensor es sich überhaupt handelt. Das ist, was ich vorher sagte, so ein bisschen wie das USB. Das ist sozusagen der Treiber, den wir dann installieren. Es gibt ja 10–15 000 verschiedene IO-Link-Sensoren, und wir müssen für jeden kompatibel sein. 

 

Das heißt, man installiert einmal so einen Treiber, und dann spricht der über den Service. Ganz kurz nachgefragt, wenn ich noch nie bei AWS IoT Core eingeloggt war – wie sieht das denn aus? Man bekommt einen Businessaccount wahrscheinlich und hat dann alle Tools, die ich mir aussuchen kann, um meine Devices zu verbinden? Wie ein Dashboard muss man sich das wohl vorstellen.

Juan

Es ist ein bisschen mehr als das. Wir bieten mehr als 200 Services. Allein für IoT haben wir 14 verschiedene Services. Hintergrund ist einfach, dass es unseren Kunden erlaubt, ganz genau zu wählen, was sie brauchen. Es passiert öfter, dass man eine Anwendung hat, von welcher der Enduser am Ende nur 20 Prozent nutzt. – Bei uns ist es nicht so. Bei uns wird das Ganze weit heruntergebrochen: Zum Beispiel, wenn jemand AWS IoT Core nutzen möchte, kann der Kunde das machen. Brauche ich dazu noch das Device Management, kann ich das separat anbinden und integrieren – es ist alles integrierbar. Das bedeutet, ich bezahle nur das, was ich wirklich benutze. Keinen Overhead mit sämtlichen Funktionen – das ist immer ein Problem am Ende des Tages. 

 

Im Case, den Ben mitgebracht hat, geht es unter anderem darum, den Verschleiß an der Maschine zu monitoren, um damit auch sicherzustellen, dass kein Schaden mit entsprechenden Downtimes entsteht. Da sind wir jetzt im nächsten Level. Zunächst ging es um Data Management – und Device Management, um die Daten überhaupt anzubinden. Das nächste Level ist die Datenauswertung, der applikative Teil. Welche Service habt ihr dort bei euch?

Juan

Die Idee ist, wir haben eine Microservices-Architektur. Diese Komponenten können beliebig verbunden werden, um die Endapplikation zu entwickeln. Wie der ganze Prozess funktioniert: Wir stellen einen Katalog von Lösungen zur Verfügung. Wenn man zum Beispiel zu aws.amazon.com/iot/solutions geht, erhält man eine öffentliche Seite, auf der einem ein richtiger Katalog an Lösungen präsentiert wird. Da findet sich eine Sammlung von Referenz-Architekturen, die man nutzen kann, um zu identifizieren, welche Services wirklich notwendig sind, um einen bestimmten Use Case zu bauen. Zum Beispiel wenn ich einen WLAN-Predictive-Maintenance-Use-Case umsetzen möchte, sieht man auf diesen Referenz-Architekturen, okay, ich werde wohl ein AWS IoT Core nutzen… ich werde ein S3-System haben, um einen Data Lake herzustellen … das muss ich auch an ein Lookout for Equipment anbinden … et cetera. 

 

Also viele verschiedene Use Cases abbildbar durch die Services

Juan

Eine ganze Menge, wirklich. Und in jeglicher Industrie. Das schlagen wir auch normalerweise unseren Kunden vor: Sich mal diese Lösungen anzusehen, diese Referenz-Architekturen. Immer rückwärts vom Use Case her arbeiten. Dann kann man mit diesen Architekturen mit einer Design-by-Exception-Methode arbeiten, um herauszufinden, welche Komponenten man wirklich für die Anwendung braucht. – Das heißt, auch wenn wir sehr viele Services zur Verfügung haben, kann am Ende der gesamte Prozess vergleichsweise simpel sein. 

 

Ben, wenn wir in die Praxis eures Kunden springen: Welche Services aus der Riesenauswahl sind für euch im aktuellen Fall interessant? Klar, ansonsten hat jeder Kunde natürlich eigene Use Cases und eigene Projekte.

Ben

Wir haben das in Phasen aufgeteilt. In der Phase, in der wir uns gerade befinden, haben wir IoT Core und das Device Management darunter. Damit meinen wir so was wie Onboarding der Geräte, Firmware over the Air. Dann haben wir für die Phase auch Data Lake S3, wo die ganzen Sensordaten erst mal gespeichert werden. Die Phase, die als Nächstes kommt, ist das Ganze um Analytics. Da stellen wir uns vor, mit Amazon Sage zu arbeiten. Aber so weit sind wir noch nicht ganz. Wir verfestigen erst mal das Device Management und visualisieren die ausgewerteten Sensordaten, ermöglichen ihren Download. Im Anschluss kommt die nächste Phase, wo das Ganze in Richtung Predictive Maintenance und Analytics gehen soll. 

 

Wenn ich das jetzt umsetzen möchte: Wir haben schon über verschiedenste Bausteine gesprochen – was brauche ich konkret von euch? Ben, ihr seid Ansprechpartner für die Hardware Wie arbeitet ihr mit den Kunden zusammen?

Ben

Wir sind Edge-Experten. Man erhält bei uns also Industrial IoT Gateways mit Wireless-5G-Funktionalität; 4G auch. Und man bekommt ein Device Management dazu, wo man auch schon die Sensordaten auswerten kann. Wir arbeiten so, dass wir uns mit Kunden zusammensetzen. In dem Fall mit L&H werden wir den Kunden auch das Device Management plus Analytics anbieten. Allerdings wird es Kunden geben, die beispielsweise ihre eigene AWS-Plattform für die Daten-Analytics haben – dann kann es durchaus sein, dass wir das Device Management oder den Device Manager auf AWS zur Verfügung stellen, und der Kunde verarbeitet die Daten nachher in seiner eigenen Infrastruktur. Oder sogar, der Kunde hat ALLES selbst und möchte eigentlich nur den Industrial IoT Gateway von uns haben – das geht ebenfalls. Wir haben das extra sehr flexibel gehalten. 

 

Und ihr arbeitet auch nicht allein, sondern habt ein ganzes Partnernetzwerk aufgebaut. Ein Ökosystem, wo ihr schaut, was der Kunde braucht, um die entsprechenden Kompetenzen mit ins Boot zu holen.

Ben

Ja, das ist ja eine der Herausforderungen im IoT-Umfeld: Es gibt fast kein Unternehmen, das alle Fähigkeiten inhouse vorhält; sehr wenige. Sondern wir müssen in so einem Projekt mehrere Expertisen zusammentrommeln. Da ist es total logisch, sich ein Partnernetzwerk aufzubauen. Wir haben Partner, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten – ob es Connectivity ist oder, wie im hiesigen Fall, AWS. Es kann auch im Bereich Sensorik sein. Und das kann man dem Kunden dann so als Projektteam zur Verfügung stellen. 

 

Juan, wenn ich an eure Services denke: Was brauche ich, wenn ich morgen starten will, von euch? Wie lege ich los?

Juan

Seit Beginn bietet AWS eine offen zugängliche Plattform an, die man nach einem einfachen Registrierungsprozess erkunden kann. Alles, was Sie brauchen, ist eine Kreditkartennummer. Wir bieten dann ein kostenloses Einsteigerkontingent für viele Services an, sodass unsere Kunden damit experimentieren können. Zum Beispiel, bevor ich bei AWS war, hatte ich bereits selbst ein AWS-Konto. Das nutze ich seit vielen Jahren, um mein eigenes Foto-Repository bei S3 zu haben, das ich auch mit meinen persönlichen Festplatten synchronisiere – das ist etwas, das jeder zu Hause machen kann. Das ist auch gar nicht so teuer, sondern ziemlich günstig. 

 

Juan, wenn ich an eure Services denke: Was brauche ich, wenn ich morgen starten will, von euch? Wie lege ich los?

Juan

Seit Beginn bietet AWS eine offen zugängliche Plattform an, die man nach einem einfachen Registrierungsprozess erkunden kann. Alles, was Sie brauchen, ist eine Kreditkartennummer. Wir bieten dann ein kostenloses Einsteigerkontingent für viele Services an, sodass unsere Kunden damit experimentieren können. Zum Beispiel, bevor ich bei AWS war, hatte ich bereits selbst ein AWS-Konto. Das nutze ich seit vielen Jahren, um mein eigenes Foto-Repository bei S3 zu haben, das ich auch mit meinen persönlichen Festplatten synchronisiere – das ist etwas, das jeder zu Hause machen kann. Das ist auch gar nicht so teuer, sondern ziemlich günstig. 

 

Das klingt danach, dass man doch recht leicht direkt loslegen kann. Um noch etwas auf den Business Case an sich einzugehen. Ben, du hast erzählt, am Ende will euer Kunde natürlich Kosten in den Prozessen einsparen; andererseits bietet er auch einen neuen Service für wiederum seinen Endkunden an. Juan, was ist der Business Case mit AWS IoT Core beispielsweise – was habe ich davon, mal blöd gefragt?

Juan

Zum Beispiel: Wir haben einen Kunden in der Metallindustrie, der allein durch die Implementierung einer zentralen Remote-Asset-Überwachung seine ungeplanten Produktionsausfallzeiten um 70 Prozent reduzieren und seine Gesamtproduktivität um 8 Prozent steigern konnte! Ein weiterer Kunde, aus dem traditionellen Energiesektor, Öl und Gas – Cepsa aus Spanien –, nutzt IoT in Verbindung mit Machine Learning. Damit haben sie es geschafft, eine Phenol-Produktion in Südspanien um 5500 Tonnen pro Jahr zu steigern – und das, ohne den Energieverbrauch zu erhöhen! Das sind nur zwei Beispiele von vielen weiteren. 

 

Es ist superhilfreich, so ein paar konkret messbare Kennzahlen zu haben, an denen man sich orientieren kann, um solche Investments am Ende auch rechtfertigen zu können. Schlussendlich steckt aber natürlich eine ganzheitliche Digitalisierungstrategie dahinter, bei der man die Services einzeln betrachtet und einsetzt. Ben, was waren eigentlich eure Learnings aus diesem Projekt? Euch sind sicherlich auch ein paar Stolpersteine begegnet, oder einfach Dinge, die ihr mit eurem Kunden gemeinsam gelernt habt – was war das so?

Ben

Dass Entwicklung von IoT-Gateways, die Hardware und die Firmware, die dazugehört, einfach sehr aufwendig ist, zeitlich. Das ist eine sehr intensive Zeit. Besonders jetzt durch die Bauteilknappheit, die aktuell weltweit besteht. Daraus folgt dann auch noch ein Preisproblem – das war nun vom Timing her eine echte Herausforderung; ist es auch jetzt noch. Aber wir haben ein paar Neuigkeiten, die, denke ich, für neue Interessenten superspannend sind: Früher hat man oft eine Hardware und eine Firmware entwickelt; das hat mal zwei Jahre oder gern auch noch länger gebraucht. Dann hat man das auf einer Messe vorgestellt; Kunden sahen sich das an und so weiter. – Die jetzige Vorgehensweise ist, dass man den Kunden schon in einem sehr frühen Stadium in die Entwicklung einbezieht. Das ist jetzt trotzdem kein kundenspezifisches Gerät, sondern durchaus für ganz verschiedene Applikationen gedacht. Allerdings, man nimmt dann Friendly Customers, nimmt die mit hinein ins Entwicklungsteam – die geben dann Feedback und treiben zum Teil sogar die Entwicklung weiter voran, mit ihren Features und ihren Requirements. 

 

Stimmt, im Endeffekt geht es ja wirklich darum, nicht nur kundenspezifisch etwas zu erschaffen, sondern auch Best Practices zu herauszufinden, die man auf mögliche weitere Anwendungsfälle übertragen kann. – Wenn ich jetzt ähnliche Herausforderungen habe, wie lässt sich der aktuelle Use Case auf andere übertragen? Am Ende entwickelt ihr eine Hardware, die ist skalierbar und theoretisch auf jegliche Use Cases übertragbar, oder?

Ben

Ja, das war und ist nach wie vor die Intention. Überall, wo IO-Link-Sensoren oder drahtlose Kommunikation, Wireless, eingesetzt werden können: Dafür ist dieses Gateway gedacht. Wir sehen uns auch gerade als Enabler für die Sensorenhersteller – um auch zum Beispiel verschiedenen Kunden, Maschinenbauern und so weiter, die Sensoren vorzustellen. 

 

Genau, ihr arbeitet auch mit unterschiedlichsten großen Herstellern am Markt zusammen. Ohne zu viele Namen zu verraten, aber ein paar davon sind auch in unserem Netzwerk, wie etwa ifm. Die sind dann natürlich ebenfalls Vorreiter in dem Bereich.

Übertragbarkeit, Skalierung und Nächste Schritte – So könnt ihr diesen Use Case nutzen

Juan, vielleicht letzte Frage in deine Richtung: Wie lässt sich dieser Use Case aus DEINER Sicht übertragen?

Juan

Es gibt eine ganze Reihe an möglichen Anwendungen. Es gibt noch einen weiteren bedeutsamen Punkt. Uns bei AWS ist es sehr, sehr wichtig, Innovationstreiber zu sein. Wir befinden uns mitten in einer Digitalisierungs-Revolution, würde ich fast sagen. Das heißt, wenn wir heute schauen, was zu tun ist, geht es im Kern darum, neue Use Cases zu erfinden und sich wirklich auf deren Etablierung zu konzentrieren, und dabei nicht an die Plattform denken, auf der ja grundlegend alle Elemente schon vorhanden sind. Sondern man sollte daran denken, das Ganze zu leveragen, sich wirklich auf das Business zu konzentrieren und einfach zu versuchen, so schnell wie möglich Innovation voranzutreiben.


Genau, das ist ja letztendlich der Keyfaktor, diese Innovationen dann auch wirklich auf die Straße zu bringen und Geschäftspotenziale zu betrachten – sowohl die Kostenperspektive als auch Kunden, die neue Gewinne mit dieser IoT-Technologie erzielen wollen. Bei wem Interesse geweckt wurde, der kann die Gespräche mit euch noch mal vertiefen: Die Kontakte sind in den Shownotes verlinkt. Und vielleicht reden wir bald mit Ben noch darüber, wie das Machine Learning eingesetzt wird und sich skalieren lässt. 

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Ing. Madeleine Mickeleit

Host & Geschäftsführerin
IoT Use Case Podcast